Baggerfahrer holt 3000 Jahre alte Statue aus dem Schlamm

20:02   10 März 2017    188

In Ägypten haben Archäologen bei Grabungen in einem Wohngebiet Überreste einer acht Meter hohen Statue entdeckt. Es soll sich dabei um Ramses II. handeln. Sie steckte im Schlamm voller Müll.

Mitten in einem Wohnviertel von Ägyptens Hauptstadt Kairo haben Archäologen eine sensationelle Entdeckung gemacht. Im Boden des Stadtteils Matareja steckte die Statue eines der mächtigsten Herrscher des Landes. Es soll sich um eine Darstellung des Pharaos Ramses II. handeln, der vor 3000 Jahren lebte.

Ein deutsch-ägyptisches Forscherteam, darunter der Leipziger Archäologe Dietrich Raue, konnte den acht Meter großen und tonnenschweren Koloss aus Quarzit, der mehrere Meter unterhalb des Grundwasserspiegels lag, allerdings nur in Fragmenten bergen. Die Wissenschaftler waren auf die Teile bei Ausgrabungen der Stadt Heliopolis gestoßen, einer der ältesten Städte des Landes.

„Heliopolis war einst das Zentrum des Sonnenkults, einem Kernelement der ägyptischen Religion“, zitiert „Euronews“ Raue. In der Nähe des Fundorts auf einer vermüllten Brachfläche soll ein riesiger Tempel gestanden haben, für den die Statuen vermutlich vorgesehen waren. Heute werden dort allerdings zahlreiche neue Gebäude errichtet, was den Forschern die Arbeiten erheblich erschwert.

Für die Bergung mussten zunächst mehrere Meter Haus- und Industriemüll sowie Bauschutt beseitigt werden, berichtet auch „Egypt Independent“. Trotz der nicht gerade idealen Lagerbedingungen soll die Statue sehr gut erhalten geblieben und künstlerisch von außerordentlicher Qualität sein.

Noch ist die Identität zwar nicht hundertprozentig geklärt. Chaled al-Enani, Ägyptens Minister für Altertümer, postete aber schon jetzt begeistert auf Facebook, dass es sich bei dem Fund möglicherweise um „einen der wichtigsten archäologischen Funde“ aus der 19. Dynastie handeln könnte.

Neben dem Torso konnten die Wissenschaftler einen Teil des Kopfes mit Krone freilegen, das rechte Ohr und ein Fragment des rechten Auges. Ein Bagger hatte unter großem Aufsehen die Teile aus der verschlammten Grube gezogen. Die Forscher vermuten, dass sich auch noch der untere Teil der Statue in der Erde befindet, berichtet auch „Science Times“. Deshalb wolle das Forscherteam weiter an diesem Ort Grabungen vornehmen. Neben der Ramses-Figur konnte auch eine kleinere Kalksteinstatue von Pharao Sethos II. sichergestellt werden, eines Enkels von Ramses.

Ramses II. (um 1303 bis 1213 v. Chr.) gilt als einer der bedeutendsten Herrscher Ägyptens und wird auch „Ramses der Große“ genannt, von ihm ist sogar in der Bibel die Rede. Er regierte 66 Jahre, soll mindestens acht legitime Gemahlinnen gehabt haben und wurde nach seinem Tod im Tal der Könige beigesetzt. Seit 1902 lagert seine Mumie im Museum in Kairo.

Quelle : welt.de

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