Soll man Smartphones nachts aufladen?

  12 Mai 2017    Gelesen: 887
Soll man Smartphones nachts aufladen?

Schadet es dem Smartphone-Akku, wenn er über Nacht geladen wird? Und wenn man es tut, sollte das Gerät dann ausgeschaltet werden? n-tv.de klärt auf.

Viele Nutzer lassen ihr Smartphone nachts eingeschaltet und hängen es ans Ladegerät. So können sie morgens mit einem vollen Akku in den Tag starten und müssen nicht warten, bis das Gerät hochgefahren ist und auch keine PIN eingeben. Das ist praktisch, doch stellt sich die Frage, ob diese Praxis auf Dauer vielleicht die Batterie schädigt. Es gibt aber keinen Grund zur Sorge, Smartphones sind schlau genug, um mit solchen Situationen umgehen zu können. Dennoch sollte man seinem Handy manchmal eine Auszeit gönnen.

Grundsätzlich ist es für einen Akku am besten, wenn er nicht weitergeladen wird, wenn er voll ist. Am liebsten hat es die Batterie, wenn sich ihr Füllstand zwischen 50 und 80 Prozent bewegt, und besonders anstrengend ist es für sie, die letzten paar Prozent bis 100 Prozent zu laden. Theoretisch wäre es also am besten, das Gerät immer anzustöpseln, wenn die Füllstandanzeige unter 50 Prozent fällt und wieder abzuziehen, wenn 90 Prozent erreicht sind. Viele kurze Ladezeiten sind besser als lange. Mit der Realität hat dies aber eher wenig zu tun, kaum ein Nutzer wird sich so hingebungsvoll der Akkupflege widmen können und wollen. Der durchschnittliche Smartphone-Besitzer nutzt das Gerät tagsüber und lädt es nachts auf.

Elektronik kann das

Kein Problem, das Handy kommt auch ganz gut ohne Helikopter-Nutzer zurecht. Die Elektronik versucht nicht auf Teufel komm raus die 100 Prozent zu erreichen und zu halten. Sie lässt die Batterie entspannt auf einen bequemen Füllstand zurückfallen und startet den Ladeprozess erst wieder, wenn er unter ein bestimmtes Niveau fällt oder zieht gerade so viel Strom, um einen Pegel kontinuierlich zu halten. Es gibt sogar ganz schlaue Elektroniken wie Sonys Batteriepflege. Sie "lernt" die Gewohnheiten des Besitzers und drosselt die Ladegeschwindigkeit so, dass möglichst genau zur Aufstehzeit 100 Prozent erreicht sind.

So oder so: Wenn das Smartphone über Nacht am Ladegerät hängt, schädigt dies den Akku nur sehr schwach und fällt kaum ins Gewicht. Viel schlimmer ist für Batterien Hitze. Weil auch das schonende Laden die Batterie leicht erwärmt, sollte man das Handy daher nicht ans Ladegerät hängen, wenn die Umgebungstemperatur bereits sehr hoch ist. Schutzhüllen sollten abgezogen werden, eine kühlende Unterlage wie Glas oder Metall ist besser als Holz oder Stoff. Der Akku heizt sich auch zusätzlich auf, wenn er beim Laden hart arbeiten muss. E-Mails abrufen und ein paar Chats sind kein Problem, spielen sollte man aber nicht, solange das Gerät betankt wird. Das alles gilt besonders beim Schnellladen, da hier ohnehin schon am Rand der verträglichen Temperaturen zur Sache gegangen wird. Das spricht zusätzlich für ein nächtliches Laden, da es in dieser Zeit nicht benötigt wird.

Geringe Effekte

Bleibt noch die Frage zu klären, ob man das Smartphone beim nächtlichen Laden eingeschaltet lassen kann oder besser runterfahren sollte. Theoretisch ist ausschalten besser, da das Handy dann inaktiv ist und so am wenigsten Wärme produziert und es keine kurzen Teil-Entladungen gibt. Der Akku ist dann außerdem etwas schneller voll. Die Effekte sind aber so gering, dass man sie vernachlässigen kann. Man kann das Handy also bedenkenlos eingeschaltet lassen, während es nachts am Netzteil hängt. Weil die Hintergrundprozesse weiterlaufen und Apps aktualisiert werden, muss das Smartphone dann auch weniger nacharbeiten, wenn der Ladeprozess beendet ist als nach einem morgendlichen Neustart. Das verlängert die Laufzeit ein bisschen. Android-Nutzer sollten ihr Handy aber nicht wochenlang ununterbrochen eingeschaltet lassen, ein Neustart ist hin und wieder nötig, um den Arbeitsspeicher aufzuräumen.

Quelle: n-tv.de

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