Mit dem Trecker über Russlands Autobahnen – 2000 Kilometer nach St. Petersburg

  14 Juli 2017    Gelesen: 642
Mit dem Trecker über Russlands Autobahnen – 2000 Kilometer nach St. Petersburg

„Trecker-Willi“, der 81-jährige Rentner Winfried Langner aus der niedersächsischen Gemeinde Lauenförde, ist beeindruckt, dass er mit seinem 56 Jahre alten Deutz-Traktor auf russischen Autobahnen fahren darf. Mit dem hat er 2000 Kilometer nach Sankt Petersburg zurückgelegt.

Der rüstige und abenteuerlustige Rentner hatte sich im Mai mit seinem Traktor (sprichwörtlich: „Trecker“) namens „Robert“ auf den Weg nach Sankt Petersburg gemacht. Sechs Wochen brauchte er, um mit der Höchstgeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern die mehr als 2000 Kilometer über Polen, Litauen, Lettland und Estland in die Newa-Stadt zurückzulegen. Nur einmal musste er eine mehrtägige Zwangspause in Kaliningrad einlegen, weil die Hinterachse seines Traktors defekt war.

„Während der Fahrt nach Peterburg war ich grundsätzlich nur immer auf der rechten Spur“, sagte Langner im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Und wenn ich dann einen schweren Bus oder einen LKW gesehen habe, dann habe ich recht raus geblinkt. Und sie zogen vorbei, hupten und bedankten sich. Irre, ehrlich!“

Der Rentner hält sich für einen Extrem-Sportler – im Traktor- und LKW-Fahren! Seit acht Jahren unternimmt er planmäßig jedes zweite Jahr eine größere Reise. 2013 war er in Spanien und 2015 auf dem Nordkap. In diesem Jahr wollte er eigentlich nach Argentinien fahren, aber sein Doktor habe ihm davon abgeraten, weil dort heiß ist, und ihm empfohlen, auf den nördlichen Breitengraden zu bleiben – nach Sankt Petersburg zu fahren.

Das Schwierigste waren laut „Trecker-Willi“ während der Fahrt nicht die erwarteten schlechten russischen Straßen, sondern die Straßenverhältnisse in Kaliningrad, wo ihm die Achse gebrochen ist. Beeindruckend fand er auch die Infrastruktur, die Straßen-und Autobahnbauten. „Es ist sagenhaft. So was gibt es bei uns nicht wie hier! Diese Autobahnen auf Stelzen und die Sauberkeit in Sankt Petersburg. Das gibt es bei uns gar nicht. Und die Russen sind so freundlich.“

Er habe einige Freunde gewonnen:

„Selbstverständlich. An und für sich war das wegen der Sprache ein bisschen kompliziert. Aber mit Händen und Füßen ging es. Die Leute sind so ergeben und wollen alles verstehen und geben mit Gesten vieles zu erkennen.“

Das habe bei ihm selbst „eingeschlagen wie der Blitz. Ich muss diese ganzen Sachen, wo die Leute mich zu den Ausstellungen gefahren haben, und alles, was ich gesehen habe, das muss ich erst mal verkraften. Wahnsinn!“

Die Idee, weiter nach Wladiwostok im Fernen Osten zu fahren, finde er reizvoll. Aber das umzusetzen hält der 81-Jährige doch für wirklich extrem. Er will aber, wenn die Gesundheit ihm es erlaubt, in zwei Jahren Richtung Moskau zu fahren. In ein paar Tagen geht es zurück nach Deutschland, wieder mit dem „Trecker“ und wieder die gesamten 2000 Kilometer – „Das Flugzeug kommt nicht in Frage!“

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