Putin darf nicht persönlich zu G20-Gipfel kommen

  28 Juni 2022    Gelesen: 375
  Putin darf nicht persönlich zu G20-Gipfel kommen

Russlands Präsident Putin sagt seine Teilnahme am G20-Gipfel im November zu. Dass er dort persönlich erscheint, schließt Gastgeber Indonesien nach Angaben von Italiens Ministerpräsident Draghi aber "kategorisch" aus. Kanzler Scholz kündigt derweil an, mit den G7-Kollegen an der Runde teilzunehmen.

Russlands Präsident Wladimir Putin wird nach Angaben des italienischen Regierungschefs Mario Draghi nicht persönlich zum G20-Gipfel im Herbst nach Indonesien reisen. Das habe der indonesische Präsident Joko Widodo als Gastgeber des G20-Treffens klar gesagt, berichtete Draghi nach dem G7-Gipfel in Bayern, an dem Widodo zeitweise als Gast teilnahm. "Widodo schließt dies aus und war da kategorisch. Er (Putin) wird nicht kommen." Unklar sei, ob sich der Kremlchef per Videoschalte an dem G20-Gipfel beteiligen wolle. "Wir werden sehen, was passieren wird", sagte Draghi. Das Treffen ist für den 16. und 17. November auf Bali geplant.

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow hatte am Montag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass gesagt, dass Putin an dem Gipfel Mitte November auf der indonesischen Insel Bali teilnehmen wolle. Schon Ende April hatte der indonesische Präsident Widodo Putins Teilnahme bestätigt. Deshalb war jüngst unklar, wie die westlichen Staaten darauf reagieren.

Kanzler Olaf Scholz sprach sich nun jedenfalls dafür aus, am Format der G20-Runde führender Wirtschaftsmächte festzuhalten, obwohl auch Putin der Runde angehört. "Was G20 betrifft, bestand hier bei allen Gesprächen große Einigkeit, dass wir die G20 nicht auseinandertreiben wollen", sagte der Kanzler zum Abschluss des dreitägigen G7-Gipfels. Deshalb laute von heute aus gesehen die Entscheidung der in Elmau versammelten Staaten, "dass sie da sich hin begeben", erklärte Scholz.

Es gehe darum, dass gut miteinander diskutiert werde, betonte der SPD-Politiker. Auch dazu seien die Gespräche mit den zum G7-Gipfel eingeladenen Partnern Indien, Indonesien, Argentinien, Senegal und Südafrika sehr wichtig gewesen. Indonesien hat aktuell die G20-Präsidentschaft, im kommenden Jahr dann Indien - "zwei große, wichtige Freunde und Nationen, mit denen wir eng zusammenarbeiten", sagte der Kanzler. "Deshalb ist es uns auch wichtig, dass wir der Sache einen guten Drive geben", ergänzte er. "Und darum werden wir uns dann kümmern." Die G20 ist eine Staatengruppe führender Wirtschaftsmächte, der neben den G7-Staaten unter anderen auch autoritär geführte Länder wie Russland, China und Saudi-Arabien angehören.

Quelle: ntv.de, chf/dpa


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