Selenskyj: Sicherheitsrat soll Russland ausschließen

  29 Juni 2022    Gelesen: 366
  Selenskyj: Sicherheitsrat soll Russland ausschließen

Nach dem Angriff auf ein Einkaufszentrum im ukrainischen Krementschuk beruft der UN-Sicherheitsrat eine Sondersitzung ein. Kurzfristig wird auch Präsident Selenskyj zugeschaltet. Der Vertreter Russlands reagiert pikiert.

In einer überraschenden Botschaft vor dem UN-Sicherheitsrat hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Vorgehen gegen Russland wegen dessen Angriffs auf die Ukraine gefordert. Russland dürfe nicht an den Diskussionen und Abstimmungen des Gremiums teilnehmen, solange sein "Terrorismus" vor allem gegen ukrainische Zivilisten anhalte, erklärte Selenskyj in der Videoschalte. "Ich fordere Sie auf, der Delegation des Terroristenstaates ihre Rechte zu entziehen", sagte er. Erfolg dürfte er damit allerdings nicht haben, denn Russland kann solche Maßnahmen als eine von fünf Vetomächten im Sicherheitsrat verhindern.

Außerdem sprach sich Selenskyj für eine unabhängige Untersuchung russischer Militäraktionen aus. "Es ist zwingend erforderlich, ein Tribunal einzurichten, um alles zu untersuchen, was das russische Militär gegen die Ukrainer getan hat", sagte Selenskyj. Der ukrainische Präsident zählte dabei eine Reihe von Angriffen der russischen Seite auf, bei der Unbeteiligte - unter anderem Kinder und Senioren - getötet worden seien. Die Beratungen des mächtigsten UN-Gremiums waren nach dem mutmaßlich russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum einberufen worden. Dabei starben in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk letzten Angaben zufolge mindestens 20 Menschen - Dutzende wurden verletzt, einige schwer.

Auf Selenskyjs Bitten erhoben sich die Vertreter aller 15 Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrats, auch Russlands, zu einer Schweigeminute für die in dem Konflikt getöteten Ukrainer. Russland reagierte verärgert auf den Auftritt Selenskyjs. Dieser sei im letzten Moment auf die Tagesordnung gesetzt und nicht mit allen Mitgliedern abgestimmt worden, klagte der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski. Er sprach von einem Verstoß gegen die übliche Praxis der Arbeit im UN-Sicherheitsrat. Das Gremium sei keine Plattform für eine PR-Kampagne des ukrainischen Präsidenten für neue Waffenlieferungen, so der russische Top-Diplomat.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts


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