Israel reißt Haus von Attentäter ab

15:13   16 Auqust 2017    359

Am 21. Juli tötet ein palästinensischer Attentäter bei Ramallah im Westjordanland drei Israelis. Die israelischen Sicherheitsbehörden nehmen seine Angehörigen, sein Wohnhaus wird zerstört. Kritiker sprechen von einer unrechtmäßigen Kollektivstrafe.

Die israelische Armee hat im besetzten Westjordanland das Haus eines palästinensischen Attentäters abgerissen. Das Gebäude im Ort Kobar sei knapp vier Wochen nach der tödlichen Messerattacke auf jüdische Siedler zerstört worden, teilte das Militär mit. Anwohner berichteten, die Armee sei im Morgengrauen angerückt, um mit den Abrissarbeiten zu beginnen.

Der 19-jährige Angreifer war am 21. Juli in ein Haus in der Siedlung Neve Zuf nordwestlich von Ramallah eingedrungen. Er stach auf vier Israelis ein und tötete drei von ihnen, bevor er von einem Nachbarn angeschossen und schließlich festgenommen wurde.

Die Tat ereignete sich inmitten des Konflikts um den Tempelberg in Jerusalem, der Mitte Juli wieder eskaliert war. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte die Todesstrafe für den Angreifer. Auch die Eltern und drei Brüder des 19-Jährigen wurden nach Angaben von Anwohnern in den vergangenen Wochen in Gewahrsam genommen.

Israel setzt den umstrittenen Strafabriss der Häuser oder Wohnungen von Attentätern als Abschreckungsmaßnahme ein. Es reagiert damit auf eine anhaltende Welle von Anschlägen in Israel und den Palästinensergebieten. Kritiker bezweifeln die Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit dieser Maßnahme. Ihrer Meinung nach kommt sie einer Kollektivbestrafung der Angehörigen gleich und könnten weitere Gewaltakte auslösen.

Quelle: n-tv.de

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