„Ich steche dir die Augen aus“ – Depardieu beim Treffen mit Weinstein

  20 Oktober 2017    Gelesen: 375
„Ich steche dir die Augen aus“ – Depardieu beim Treffen mit Weinstein

Der US-amerikanische Filmproduzent Harvey Weinstein ist mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert. Auch der französische Schauspieler Gerard Depardieu hatte das „Vergnügen“, Geschäfte mit dem Filmguru zu machen. Mit Weinsteins Dreistigkeit wusste der Franzose aber taff umzugehen.

„Ja, ich kenne diesen Weinstein, über den man jetzt so viel spricht. Einmal habe ich ihn in seinem eigenen Büro an den Haaren gezerrt“, sagte der französisch-russische Schauspieler Gerard Depardieu über den US-amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein. Dieser wird derzeit beschuldigt, über 40 Frauen – Hollywood-Stars, Drehbuchautorinnen, Modells – sexuell belästigt oder vergewaltigt zu haben.

„Ich habe damals einen Film von Nick Cassavetes produziert – ‚Ein Licht in meinem Herzen‘ –, der 1996 erschienen ist. Und wir hatten vor, noch einige Streifen gemeinsam zu produzieren, auch ‚Alles aus Liebe‘, dessen Drehbuch sein Vater John Cassavetes geschrieben hatte, was dann auch sein letztes Werk war“, sagte Depardieu weiter.

Der Film sollte dann von Miramax Films vertrieben werden – Harvey Weinstein ist der Mitgründer dieses Filmverleihs. „Nachdem ich den Vertrag aufmerksam gelesen hatte, wurde mir klar, dass er uns einfach nur ausnehmen will. Also ging ich direkt in sein Büro“, so Depardieu.

Dort stellte der Franzose Weinstein zur Rede. „Er kam auf mich zu, fragte, wie es mir geht. Aber ich spreche kein Englisch, mag diese Sprache nicht – dafür ist mein Russisch passabel. Wie dem auch sei, ich war echt aufgebracht in dem Moment. Ich ging um seinen Schreibtisch herum, packte ihn an den Haaren und zeigte ihm meine Hand. Ich sagte: Harvey siehst du diese zwei Finger? Wenn du mit dem Vertrag irgendwelche Spielchen treibst, drücke ich dir damit deine Augen aus.“

Offenbar meinte es der Schauspieler ernst: „Ich sagte zu ihm: Solltest du dein Wort brechen, steche ich dir die Augen aus und dann töte ich dich. Kann ja wohl nicht wahr sein, dass du uns linken willst.“

Weinstein habe einfach nur doof geguckt, „in den USA macht man sowas ja normallerweise nicht“, sagte Depardieu. „Ich wusste natürlich, dass dieser Kerl damals im Grunde der Herr der ganzen Filmbranche war, aber das war mir sowas von egal.“ Weinstein habe jedenfalls beschlossen, seine Augen zu schonen, und habe die Abmachung gehalten.

Über die heutigen Vorwürfe gegen den US-Filmproduzenten wollte der Schauspieler nicht sprechen: „Ich habe keine Lust, das zu kommentieren, was jetzt passiert“, sagte er auf einer Pressekonferenz.

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