Einmal RoboCop mit Grillsauce: Sicherheitsroboter vertreiben Obdachlose in San Francisco

  15 Dezember 2017    Gelesen: 567
Einmal RoboCop mit Grillsauce: Sicherheitsroboter vertreiben Obdachlose in San Francisco
Wohl erstmals wurde in San Francisco ein Roboter eingesetzt, um Obdachlose von den Straßen zu vertreiben. Ohnehin sind die Maschinen auf dem Vormarsch. Immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf die Herstellung sogenannter Sicherheitsroboter.
Der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (AI) und Robotertechnologie scheint nicht mehr aufhaltbar zu sein. Doch wo liegt die Schmerzgrenze bei deren Einsatz und wie steht es um das Versprechen, demzufolge die weitere Entwicklung der Robotik den Vorteil der Menschen im Auge hat? Vor allem: wessen Vorteil ist gemeint? Ein spezieller Vorfall im sonnigen Kalifornien unterstreicht den Wunsch der Technologie-Skeptiker nach Antworten.

In San Francisco werden nun autonom operierende Roboter dazu eingesetzt, für Ordnung auf den Straßen zu sorgen. Eine Tierschutzorganisation setzte demnach einen Sicherheitsroboter ein, um Obdachlose in unmittelbarer Nähe des eigenen Geländes dazu zu bewegen, ihre Zelte woanders aufzuschlagen.

Krista Maloney, Pressesprecherin der Tierschutzorganisation SF SPCA gab in diesem Zusammenhang zu Protokoll, dass Angestellte aufgrund der Obdachlosen nicht mehr in der Lage gewesen sein, ohne Risiko die Gehwege zu nutzen. Maloney erklärte ebenfalls, dass, seitdem die Organisation Gebrauch vom Roboter gemacht habe, die Zahl der Obdachlosencamps ebenso zurückgegangen sei wie die Zahl der Autoeinbrüche.

Eine Tierschutzorganisation setzte demnach einen Security-Roboter ein, um die Umgebung des Sitzes der Organisation obdachlosenfrei zu halten. Der Stadt San Francisco ging das zu weit. Unter Androhung eines Bußgelds in Höhe von täglich 1.000 US-Dollar wies sie die Tierschützer an, den Roboter von den Wegen zu entfernen. Die Organisation verfügte nicht über die notwendige Genehmigung.

Bei dem eingesetzten Roboter handelte es sich um ein Exemplar der Serie K9. Hergestellt wird die Maschine mit dem Auftrag der "Verbrechensbekämpfung" vom Startup-Unternehmen Knightscope mit Sitz in Mountain View, California. Die Roboter kämpfen demnach nicht direkt Menschen, sondern nutzen Laser, Kameras und Wärme-Sensoren, um Verbrechen zu verhindern und die Sicherheitsbehörden zu alarmieren.

Nach Angaben von Geschäftsführer Bill Santana Li, gehe es dem Unternehmen darum, Sicherheitspersonal „übermenschliche“ Augen und Ohren zu geben. Knightscope wurde im Jahr 2013 gegründet und vertreibt seitdem Roboter zur Verbrechensbekämpfung in Kaufhäusern, Sportstadien und auf Firmengeländen. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie Microsoft und Juniper Networks. Insgesamt verfügt das Unternehmen bereits über 19 Klienten in fünf US-Bundesstaaten. Eines der Unternehmen stellt seinen Robotern Angestellten-Ausweise aus. Die K5-Einheiten der Firma für Cybersecurity ForeScout wiederum teilen sich einen Twitter-Account.

Das Knightscope-Geschäftsmodell sieht die Vermietung der Roboter für 7 US-Dollar pro Stunde vor – weniger als der Stundenlohn eines menschlichen Sicherheitsangestellten.

Auch wenn die Maschinen nicht über Bewaffnung verfügen, können sie doch Schaden anrichten. So etwa im Jahr 2016 als einer der Sicherheitsroboter während eines Patrouillengangs außerhalb eines Kaufhauses in Palo Alto, Kalifornien, über den Fuß eines Kleinkinds fuhr. Das Kind trug eine Schürfwunde davon. Einige Eltern machten ihrer Empörung aufgrund derartiger Vorfälle in den sozialen Netzwerken Luft.

Bei anderer Gelegenheit versuchte ein Mann einen K5 vor dem Knightscope-Firmengebäude umzustoßen. Nach dem Angriff, löste der Roboter Alarm aus und alarmierte die Firmenmitarbeiter. Die Knightscope-Mitarbeiter hielten den stark alkoholisierten Mann fest und alarmierten ihrerseits die Polizei:

Leg dich nicht mit einem K5 an“, kommentierte Firmenchef Li den Vorfall.

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