Streit zwischen Zypern und der Türkei wegen Gasbohrungen geht weiter

  24 Februar 2018    Gelesen: 945
Streit zwischen Zypern und der Türkei wegen Gasbohrungen geht weiter
Die Türkei verhindert seit Wochen die geplante Suche nach Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden vor Zypern. Das Bohrschiff des italienischen Energiekonzerns ENI soll nun die Region verlassen haben. Zypern droht jetzt, die Annäherung der Türkei an die EU zu blockieren.

Die Erdgasforschungen vor Zypern sorgen weiterhin für Spannungen zwischen Ankara und Nikosia. Offenbar kann die Türkei aber einen ersten Erfolg im Streit verbuchen. Das vom italienischen Energiekonzern ENI gecharterte Bohrschiff "Saipem 12000" hat am Freitagmorgen seine Position in der Nähe eines Forschungsgebietes im Südosten der Hafenstadt Larnaka in Richtung Westen verlassen. Dies berichtete das zyprische Staatsradio (RIK).

In den vergangenen zwei Wochen hinderte die türkische Marine dieses Forschungsschiff daran, auf der Suche nach Erdgas Bohrungen durchzuführen. Aus der Türkei hieß es stets, die Rechte der türkischen Zyprer würden missachtet, indem die Bohrungen nach Erdgas ohne ihre Zustimmung stattfinden würden.

Erst kürzlich kündigte Ankara an, die Dauer umfangreicher türkischer Marinemanöver in der Region um weitere 16 Tage zu verlängern. Die Manöver sollten ursprünglich am 22. Februar enden. Nun sollen sie bis zum 10. März andauern. Mit der Erweiterung der Manöver dürfte die geplante Forschung aus Zeitgründen nicht mehr durchführbar sein. Das Bohrschiff "Saipem 12000" hat nach Informationen zyprischer Medien im März einen anderen Forschungsauftrag in Marokko.

Wegen der Blockade der Gasbohrungen will Nikosia nun nach Aussagen des zyprischen Außenministers Ioannis Kasoulides die weitere Annäherung der Türkei an die EU blockieren. "Zypern wird der Erweiterung der Zollunion und der von Ankara geforderten Aufhebung der Visapflicht für türkische Bürger nicht zustimmen", sagte Kasoulides dem Staatsradio der Inselrepublik (RIK). Zyperns Präsident Nikos Anastasiades kündigte an, am Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel die anderen Regierungschefs über die Lage zu informieren.

Rund 60 Seemeilen südlich der zyprischen Hafenstadt Paphos wurden Ende Januar Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden entdeckt. Weitere Forschungen sind aber notwendig.


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