Gefeuerter FBI-Vize könnte Trump belasten

  18 März 2018    Gelesen: 437
Gefeuerter FBI-Vize könnte Trump belasten

Er wurde vom US-Präsidenten monatelang attackiert und schließlich um seine Pension gebracht. Nun holt der ehemalige FBI-Vizedirektor Andrew McCabe zum Gegenschlag aus. Er will offenbar Memos preisgeben, die Donald Trump in der Russland-Affäre belasten.

 

Der vor kurzem von der US-Regierung entlassene Vizedirektor des FBI, Andrew McCabe, soll laut Insiderberichten persönliche Informationen über Donald Trump besitzen, die den US-Präsidenten in der Russland-Affäre belasten könnten. CNN und anderen US-Medien zufolge ähnelten die Notizen denen von Ex-FBI-Direktor James Comey. Dieser hatte dem Präsidenten mehrfach vorgeworfen, Einfluss auf die Russland-Ermittlung des FBI genommen zu haben. Trump entließ Comey daraufhin im vergangenen Mai.

 

Der genaue Inhalt von McCabes Memos ist bislang unbekannt. Einem Insider zufolge, der anonym bleiben möchte, sollen sie aber unter anderem Einzelheiten zu Interaktionen mit Trump und verschiedene Gespräche zwischen McCabe und Comey enthalten. Die Aufzeichnungen könnten McCabes Aussage stützen, seine Glaubwürdigkeit sei angegriffen worden, um nicht nur ihn persönlich zu verleumden, sondern auch das FBI und die Strafverfolgung. Offenbar sind die Informationen bereits an Sonderermittler Mueller übergeben worden.

McCabe war zwei Tage vor seiner Pensionierung entlassen worden. Das US-Justizministerium begründete McCabes Entlassung mit "schlechtem Verhalten". Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass der frühere stellvertretende FBI-Chef eigenmächtig Informationen an die Medien weitergegeben habe und dem Generalinspekteur des Justizministeriums gegenüber "mehrfach" nicht vollkommen ehrlich gewesen sei. McCabe widersprach den Vorwürfen vehement.

Comey kündigt Buch an

Trump lobte die Entlassung des FBI-Vizedirektors auf Twitter: Es sei "ein großartiger Tag für die hart arbeitenden Männer und Frauen des FBI - ein großartiger Tag für die Demokratie". "Der scheinheilige James Comey war sein Boss und hat McCabe ausschauen lassen wie einen Chorknaben. Er wusste alles über die Lügen und Korruption auf den höchsten Ebenen des FBI", fügte der Präsident hinzu.

Der US-Präsident und eine Reihe von Republikanern hatten McCabe über Monate immer wieder attackiert. Sie lasteten ihm Voreingenommenheit an. Im Wahlkampf 2016 war McCabe ein erklärter Lieblingsgegner von Trump, der ihn immer wieder aufs Schärfste kritisierte.

Comey entgegnete auf Twitter: "Herr Präsident, das amerikanische Volk wird meine Geschichte sehr bald hören. Dann kann es selbst entscheiden, wer ehrenhaft ist und wer nicht." Comey hat für den kommenden Monat ein Buch angekündigt, in dem es auch um die Russlandermittlungen gehen soll.

Quelle: n-tv.de


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