"Wir haben keinen Plan B für Iran"

  23 April 2018    Gelesen: 1301
"Wir haben keinen Plan B für Iran"

Kurz vor seiner Reise nach Washington hat Frankreichs Präsident Macron in einem TV-Interview über seine Beziehung zu Trump und Putin gesprochen, über den Syrienkrieg und den Atomdeal mit Iran. Das Wichtigste im Überblick.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die USA vor seinem Besuch bei Präsident Donald Trump dazu aufgerufen, nicht aus dem Atomabkommen mit Iran auszusteigen. Dieser Deal sei sicher nicht perfekt, es gebe aber keinen besseren, sagte Macron in einem Interview mit dem Sender Fox News, das am Sonntag ausgestrahlt wurde.

"Wir haben keinen Plan B für Iran", sagte Macron in der Sendung "Fox News Sunday", das Interview wurde im Élysée-Palast aufgezeichnet. "Meine Botschaft ist: Lasst uns den Vertrag jetzt nicht verlassen." Er wolle aber appellieren, Irans Rolle in der Region zurückzudrängen. Der Vertrag solle um das Thema ballistischer Waffen ergänzt werden.

Trump ist das Abkommen mit Iran verhasst, er hat es als den "schlechtesten Deal aller Zeiten" bezeichnet. Die Vereinbarung von 2015 sieht vor, dass Iran sein Atomprogramm einschränkt. Im Gegenzug werden die meisten Strafmaßnahmen aufgehoben. Wenn der Deal bis zum 12. Mai nicht verschärft wird, will Trump ihn einseitig aufkündigen und die früheren Sanktionen wieder in Kraft treten lassen.

Macron wird am Montag (23.15 Uhr MESZ) zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA erwartet. Er ist der erste ausländische Gast, den Trump zu einem Staatsbesuch empfängt. Nach einem gemeinsamen Abendessen in Mount Vernon, dem Anwesen von George Washington, werden spätestens bei einem weiteren Treffen im Weißen Haus am Dienstag das Atomabkommen mit Iran sowie der Syrienkonflikt zur Sprache kommen. Weiteres zentrales Thema dürfte der Streit über die US-Schutzzölle auf Stahl und Aluminium sein.

spiegel


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