Anklage hält Madsens Schuld für erwiesen

  23 April 2018    Gelesen: 937
Anklage hält Madsens Schuld für erwiesen

Die Strafe, die die Anklage in Kopenhagen fordert, ist für dänische Verhältnisse hoch. Doch die Tat von Peter Madsen ist auch außergewöhnlich. Für den Mord an Kim Wall soll er lange büßen.

 

Der dänische Erfinder Peter Madsen soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall lebenslang ins Gefängnis. Er sei sich bewusst, dass das für einen einzelnen Mord eine ungewöhnlich harte Strafe sei, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen in seinem Plädoyer. In diesem Fall gebe es jedoch keine mildernden, sondern nur verschärfende Umstände.

Madsen sei absolut nicht glaubwürdig und habe entsetzlich brutal gehandelt, sagte der Staatsanwalt. Sollte das Gericht in Kopenhagen keine lebenslange Freiheitsstrafe verhängen, fordere er Sicherungsverwahrung für unbestimmte Zeit. Es müsse angenommen werden, dass Madsen eine Gefahr für Leben und Gesundheit anderer Menschen sei, las der Staatsanwalt aus einem rechtsmedizinischen Gutachten vor. Im Durchschnitt sitzen Sicherungsverwahrte knapp 15 Jahre im Gefängnis - ähnlich wie zu lebenslanger Haft Verurteilte.

Madsen ist angeklagt, die schwedische Journalistin, die sich für ein Interview an Bord seines U-Bootes befand, gefoltert und ermordet zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihn Gewalt und Schmerzen sexuell erregten. Mit großer Wahrscheinlichkeit habe er die junge Frau enthauptet und dies lange zuvor geplant.

Der 47-Jährige dagegen weist den Mordvorwurf zurück und beschreibt den Tod der Journalistin als tragischen Unfall im Inneren seines selbstgebauten U-Bootes. Technische Gutachter und Gerichtsmediziner kamen in dem Prozess allerdings zu dem Schluss, dass Wall nicht so gestorben sein kann, wie Madsen behauptet. Dennoch sagte Verteidigerin Betina Hald Engmark, sie halte eine Verurteilung wegen Mordes aus sexuellem Motiv nicht für gerechtfertigt. "Wir haben keine echten Beweise gehört", so die Verteidigerin in ihrem Plädoyer. Das Urteil wird für diesen Mittwoch erwartet.

Quelle: n-tv.de


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