Facebook löscht extremistische Einträge

  24 April 2018    Gelesen: 949
Facebook löscht extremistische Einträge

Facebook meint es ernst: Wer terroristische Inhalte postet, muss damit rechnen, dass sie wieder von der Plattform gelöscht werden. Im ersten Quartal dieses Jahres ist das doppelt so häufig der Fall wie noch drei Monate zuvor.

Offenbar auf Druck der Behörden ist Facebook nach eigenen Angaben zuletzt entschiedener gegen extremistische Beiträge vorgegangen. Im ersten Quartal seien insgesamt 1,9 Millionen Einträge in Verbindung mit den Extremisten-Gruppen Islamischer Staat oder Al Kaida in den meisten Fällen gelöscht oder mit Warnhinweisen versehen worden, teilte Facebook mit. Das seien doppelt so viele wie in den drei Monaten zuvor.

Die Europäische Union hatte zuletzt gefordert, Facebook und seine Konkurrenten müssten extremistische Inhalte schneller entfernen. Facebook verwendet eine automatisierte Software, um derartige Posts ausfindig zu machen. Zudem veröffentlichte das Unternehmen erstmals seine Definition des Begriffs "Terrorismus".

Zuvor war nicht bekannt, nach welchen Kriterien Einträge als extremistisch eingestuft werden. Facebook erklärte, terroristisch sei "jede Nicht-Regierungsorganisation, die vorsätzliche Gewalthandlungen gegen Personen oder Eigentum betreibe, um eine Zivilbevölkerung, eine Regierung oder internationale Organisation einzuschüchtern, um ein politisches, religiöses oder ideologisches Ziel zu erreichen."

Kaum Beschwerden wegen NetzDG

In Deutschland war Anfang des Jahres das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) in Kraft getreten. Es schreibt vor, dass Online-Plattformen wie Facebook klar strafbare Inhalte binnen 24 Stunden nach einem Hinweis löschen müssen - und in weniger eindeutigen Fällen eine Woche Zeit haben. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 50 Millionen Euro. Wenn die Netzwerke nicht schnell genug reagieren, können sich die User beim Bundesamt für Justiz beschweren.

Ende März hatten sich allerdings deutlich weniger Internetnutzer wegen mangelhafter Löschungen beschwert als erwartet. Beim Bundesamt für Justiz waren über das Online-Formular zu diesem Zeitpunkt erst 242 Anzeigen eingegangen, teilte die Bonner Behörde seinerzeit mit. Die Prognosen lagen nach Angaben eines Sprechers des Bundesamtes bei 25.000 Fällen im Jahr.

n-tv


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