Philippinen wehren sich gegen Chinas Bomber-Manöver

  21 Mai 2018    Gelesen: 731
Philippinen wehren sich gegen Chinas Bomber-Manöver

China übt Starts und Landungen von Langstreckenbombern auf künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer. Das gefällt den Philippinen gar nicht - der Staat kündigte "diplomatische Schritte" an.

 

Handelswaren im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar werden jährlich durch das Südchinesische Meer verschifft. Dazu ruhen unter dem Meeresgrund gewaltige Bodenschätze. Diese Eckdaten erklären, warum es immer wieder Streit zwischen den Anrainerstaaten um die konkreten Besitzansprüche in dem rund 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Gebiet gibt. Aktuell geraten China und die Philippinen aneinander.


Bei dem Disput geht es um die militärischen Aktivitäten Pekings vor Ort. Die chinesische Luftwaffe ließ erstmals Langstreckenbomber in dem umstrittenen Gebiet landen. Aus dem Außenministerium in Manila hieß es daraufhin, die Philippinen würden "die nötigen diplomatischen Schritte einleiten, um die eigenen Besitzansprüche zu schützen". Man werde "jeden Zentimeter" des eigenen Territoriums verteidigen. Auch die USA ließen verlauten, dass Chinas aktuelle Umtriebe die Lage weiter destabilisieren könnten,

Das Südchinesische Meer gehört zum Pazifischen Ozean und liegt südlich von China zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Neben diesen Staaten erheben aber auch Brunei und Taiwan Ansprüche in dem Gebiet. Dazu sind die USA mit Kriegsschiffen vor Ort - eine seit Langem komplizierte Gemengelage. (Mehr zu den Hintergründen des Inselstreits lesen Sie hier.)

Auf welcher Insel die Flugzeuge vom Typ H-6K genau landeten, ließ das chinesische Verteidigungsministerium demnach offen. Einem Bericht der BBC zufolge soll es sich um Woody Island handeln, die größte der Paracel-Inseln.

Schon früher waren dort chinesische Kampfjets gelandet - aber noch nie Bomber. Dem AMTI zufolge könnten H-6K von dort aus Ziele in ganz Südostasien erreichen. Die Maschinen verfügen über einen Einsatzradius von rund 3500 Kilometern.


Anfang des Monats hatte China Medienberichten zufolge zudem auf mehreren Inseln im Südchinesischen Meer Raketensysteme errichtet, mit denen Flugzeuge und Schiffe getroffen werden können. Die Marschflugkörper seien auf Atolle in der Spratly-Inselgruppe gebracht worden. Demnach handelt es sich um die Atolle Fiery Cross, Subi und Mischief.

Im November vergangenen Jahres hatten sich Peking sowie die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten auf die Aufnahme von Verhandlungen geeinigt, um zu einer friedlichen Beilegung des seit Jahren andauernden Streits zu kommen.

spiegel


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