Kai Diekmanns "Zukunftsfonds" legt offenbar Fehlstart hin

  14 Juni 2018    Gelesen: 658
Kai Diekmanns "Zukunftsfonds" legt offenbar Fehlstart hin

Bis zu 20 Milliarden Euro will der neue "Zukunftsfonds" von Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann einsammeln. Drei Wochen nach dem Start fällt die erste Zwischenbilanz laut einem Branchenbericht offenbar deutlich bescheidener aus.

 

Der mit großen Ambitionen gestartete "Zukunftsfonds" des früheren "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann und des Ex-Investmentbankers Lenny Fischer kommt nur schwer in Tritt. Wie der Branchen-Newsletter "Finanz-Szene.de" berichtet, verwaltete der neue Fonds Anfang der Woche gerade einmal 12,01 Millionen Euro - obwohl es beim offiziellen Verkaufsstart vor drei Wochen auch schon 11,97 Millionen Euro gewesen waren.

Zwar ist die Entwicklung der "Assets under Management" (AuM) nicht eins zu eins mit dem Zufluss frischer Gelder gleichzusetzen, weil sich auch die Performance der Investitionen auf die "AuMs" auswirkt. Trotzdem deuten die Angaben darauf hin, dass der "Zukunftsfonds" in den ersten Wochen gerade einmal ein paar Zehntausend Euro bei Anlegern eingeworben hat.

"Finanz-Szene.de" ging auch der Frage nach, woher denn die rund 12 Millionen Euro kommen, die bereits im April im "Zukunftsfonds" lagen - und bei denen es sich gewissermaßen um das Startkapital zu handeln scheint. Dabei stellte sich heraus, dass der Freiburger Vermögensverwalter Greiff Asset Management AG über einen seiner Dachfonds zuletzt knapp zwei Millionen Euro in den "Zukunftsfonds" investiert hatte. Das Bemerkenswerte hieran: Gründer und Vorstandschef der Greiff AG ist Volker Schilling, der im Auftrag Diekmanns und Fischers auch den "Zukunftsfonds" managt.

Noch viel Luft bis zur selbstgesteckten Zielmarke

Die Protagonisten begründeten die Verquickung damit, dass die Greiff AG bei ihren Dachfondsmandaten "sehr viel Wert" auf die qualitative Analyse, die Kostenstrukturen sowie das aktive Management lege. Unter diesen Gesichtspunkten sei der "Zukunftsfonds" als Anlageobjekt für den "Multi Leaders Fund" - so heißt der Greiff-Dachfonds - sehr gut geeignet.

Diekmann und Fischer hatten ihre Fondspläne im vergangenen November in einem "Exklusiv"-Interview mit dem "Manager Magazin" öffentlich gemacht. Das ehrgeizige Ziel: über die nächsten Jahre 20 Milliarden Euro Anlegergelder einsammeln - und damitzu einem der größtem deutschen Publikumsfondsaufsteigen. Zielpublikum seien Anleger, die ihr Kapital derzeit auf nahezu ertraglosen Sparbüchern deponiert haben, hieß es damals.

Tatsächlich können Kleinanleger über ihre Hausbank theoretisch schon seit Monaten in den "Zukunftsfonds" investieren. Was sich mit dem offiziellen Verkaufsstart im Mai geändert hat: Seitdem wird der Fonds im Internet auch direkt vertrieben.

Sorgen scheinen sich Diekmann und Fischer trotz des schleppenden Starts keine zu machen. In der von "finanz-szene.de" zitierten Stellungnahme heißt es: "Über konkrete Zahlen möchten wir uns vor Ablauf der ersten 12 Monate nicht äußern, denn das wäre schlichtweg unseriös. Beim Launch eines digitalen neuen Produkts steht in den ersten Monaten das Kennenlernen im Vordergrund - das Wachstum tritt erst nach 12-15 Monaten ein. Entscheidend wird die Entwicklung der kommenden 12 Monate sein. Im Übrigen haben wir mit dem Start der Abverkaufs-Kampagne noch nicht begonnen. Der Launch dieser Kampagne ist für die nächsten Wochen geplant."

spiegel


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