„Merkel muss Mut aufbringen“

  16 Auqust 2018    Gelesen: 519
„Merkel muss Mut aufbringen“

„Merkel wird einigen Mut aufbringen müssen, um sich in der Frage der US-Sanktionen auf die Seite Moskaus zu stellen“, betont der Politologe Alexander Rahr im Vorfeld des Treffens zwischen der Bundeskanzlerin und Russlands Präsident Wladimir Putin am Samstag im Schloss Meseberg.

„Sie muss es nicht direkt tun, aber dennoch klar machen, dass sich Deutschland nicht alles von den Amerikanern gefallen lassen kann“, so der Forschungsdirektor des Deutsch-Russischen Forums. „Merkel muss deutsche Unternehmen schützen, die für ihr künftiges Wirtschaftsengagement in Russland oder Iran, von den Amerikanern mit harten Sanktionen bestraft werden sollen.“

Manche Beobachter hoffen, dass die EU sich endlich von der amerikanischen Politik emanzipiert und eigene Wege nach Russland sucht, so Rahr. Während die USA ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, denken manche EU-Staaten über ihre Lockerung nach.

„Streng genommen, müssten Merkel und Putin über ein grundsätzliches Thema sprechen, von dem alle Konflikte abhängen: Die zukünftige europäische Sicherheitsarchitektur“ betont der Autor. „Angesichts des Zerwürfnisses mit den USA bezüglich der Rolle der Nato wäre es doch an der Zeit, dass die EU ihre eigene Sicherheit selbst in die Hand nimmt. Man braucht keine Nato-Osterweiterung, sondern eine sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen EU und Eurasischer Union. Warum sollte diese nicht möglich sein?“

Für Merkel könnte Putins neue Humanitäre Initiative in Syrien der Schlüssel zum Erfolg ihrer letzten Kanzlerschaft werden, meint der Experte in seinem Beitrag für www.russlandkontrovers.com. „Der Krieg in Syrien ist zu Ende, Assad hat – mit russischer Hilfe – gegen die Rebellen gesiegt. Nun steht der Wiederaufbau an. Russland will nicht nur wie ein Kriegsherr behandelt werden, sondern will demonstrieren, dass es im Nahen Osten nachhaltig für Stabilität sorgen kann.“

 „Es wäre viel gewonnen, wenn Putin und Merkel sich dazu durchringen könnten, die aufs Eis gelegten Regierungskonsultationen wieder aufzunehmen und gemeinsam beim Petersburger Dialog im Oktober aufzutreten“, heißt es im Beitrag abschließend.

Merkel und Putin treffen sich am Samstagabend in der Nähe von Berlin. Laut offiziellen Mitteilungen soll es dabei in erster Linie um die Situation in den Krisenregionen und Probleme der internationalen Sicherheit gehen.

sputniknews


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