Gewerkschaften kritisieren kanadischen Chef-Anwärter

  17 Auqust 2018    Gelesen: 828
Gewerkschaften kritisieren kanadischen Chef-Anwärter

Nach monatelanger Übergangsphase soll Air France-KLM einen neuen Chef bekommen. Noch bevor sein Name offiziell feststeht, laufen französische Gewerkschaften Sturm.

Französische Gewerkschaften haben die mögliche Ernennung eines kanadischen Managers als Konzernchef der Fluggesellschaft Air France-KLM scharf kritisiert. Laut Medienberichten soll Benjamin Smith - bislang Nummer zwei bei Air Canada - neuer Konzernchef werden.

Sein Vorgänger Jean-Marc Janaillac war im Mai vor dem Hintergrund eines zähen Tarifkonflikts zurückgetreten. Ein monatelanger Streit zwischen Gewerkschaften und Management hatte das Unternehmen in schwere Turbulenzen gebracht. Seit dem Rücktritt führt ein Übergangsteam die Fluggesellschaft.

Es sei "unvorstellbar", dass Air France "in die Hände eines ausländischen Managers fällt", dessen Kandidatur angeblich von einem Konkurrenz-Konzern unterstützt werde, teilte ein Bündnis aus neun Gewerkschaften mit. Es verwies damit auf die US-Fluggesellschaft Delta, die 8,8 Prozent an Air France-KLM hält.

Die Gewerkschaften argumentierten, andere Länder legten bei ihren Fluggesellschaften einen "hartnäckigen Protektionismus" an den Tag. "Wie kann man es in diesem Kontext zulassen, dass Air France in ausländische Hände fällt?"

Der Verwaltungsrat von Air France-KLM werde sich am Donnerstagabend zu der Personalie äußern, teilte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire mit. Ohne explizit Smiths Namen zu nennen, sagte er, die ins Auge gefasste Person habe den Umbau von Air Canada geschafft und ein "exzellentes Profil". Frankreich hält gut 14 Prozent an der französisch-niederländischen Fluggesellschaft.

spiegel


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