Völlig von Russland abhängig? – Schwesig: „Das ist Unsinn“

  13 Oktober 2018    Gelesen: 577
Völlig von Russland abhängig? – Schwesig: „Das ist Unsinn“

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die Gaspipeline Nord Stream 2, die Erdgas von Russland direkt nach Deutschland transportieren soll, verteidigt und Kritikern vorgeworfen, „nicht mit offenen Karten“ zu spielen.

Die Pipelines seien nicht für Mecklenburg-Vorpommern wichtig, sondern für ganz Deutschland, schrieb Schwesig in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche.

„Um die Verlässlichkeit zu gewährleisten, die unser Industrieland benötigt, brauchen wir Gas als Energieträger. Deshalb halte ich den Bau der weiteren Pipeline-Stränge für richtig.“

Kritikern des Projekts warf Schwesig vor, „nicht mit offenen Karten“ zu spielten: „Die Behauptung, dass die Pipeline Deutschland in völlige Abhängigkeit von Russland brächte, ist jedenfalls Unsinn.“

Denn beide Seiten, so die Ministerpräsidentin, „haben ein Interesse an verlässlichen Gaslieferungen“. Und Deutschland „wird große Teile der hierzulande benötigten Energie auch weiterhin aus anderen Quellen und Regionen beziehen.“

Die Pipeline Nord Stream 1, die von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg durch die Ostsee bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste führt, ist seit November 2011 in Betrieb. Die 1224 Kilometer lange Leitung hat zwei Stränge mit einer Durchsatzkapazität von jeweils 27,5 Milliarden Kubikmetern pro Jahr und wird von einem internationalen Konsortium unter Federführung des russischen Gaslieferanten Gazprom betrieben. Zielmärkte sind neben Deutschland auch Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und Dänemark.

2015 einigten sich Gazprom, Engie, OMV, Shell, Uniper und Wintershall auf den Bau einer Schwester-Pipeline (Nord Stream 2). Das Konzept sieht zwei Stränge mit einer Gesamtleistung von 55 Milliarden Kubikmetern Gas entlang der bereits bestehenden Trasse – unter Umgehung der Transitländer – vor. Die USA und auch die EU-Führung stemmen sich gegen das Vorhaben.

sputniknews


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