Michael Müller wird auf Reise nach Australien gestoppt

  15 Oktober 2018    Gelesen: 594
Michael Müller wird auf Reise nach Australien gestoppt

Singapur. Es war 17.30 Uhr am Dienstag, als Berlins Regierender Bürgermeister zum Piloten des Regierungsfliegers gerufen wurde. Die Nachrichten von Oberstleutnant Lux waren keine guten: Kasachstan erlaube dem Airbus A340 nicht den Überflug. Müller war überrascht. So etwas hatte er noch nie erlebt. Ausgerechnet jetzt, auf seiner letzten Reise als Bundesratspräsident nach Australien, drohte der Rückflug.

Dabei hatten Bundesratsverwaltung und Senatskanzlei alles genau vorbereitet. Der Flug war als Überflug auch angemeldet. Doch die kasachische Flugüberwachung gab kein Okay. Den genauen Grund kannte an Bord niemand. Es gab keine diplomatischen Verwicklungen mit Kasachstan, auch keine aktuellen Krisen. Möglicherweise war das Problem, dass der Regierungsflieger offiziell als Militärmaschine im Luftraum unterwegs ist. Möglicherweise gab es deswegen Probleme am Boden.

Müller war auch nicht der erste prominente Politiker, der über keine Überflugerlaubnis erhielt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mussten in der Luft warten. Merkel sogar drei Stunden.

Die Zeit drängte, das Kerosin wurde knapp

Also kreiste die Maschine über dem Kaspischen Meer. Die Crew stellte eine Verbindung mit Berlin her. Sowohl das Außen- als auch das Verteidigungsministerium wurden informiert. Die Zeit drängte. Das Kerosin wurde knapp. Denn geplant war noch ein langer Weiterflug bis nach Singapur, wo der Airbus aufgetankt werden sollte. Ein Zwischenstopp in einem anderen Land kam für den Kapitän nicht infrage, da dafür keine Genehmigungen vorlagen. Es drohte der Rückflug. Bis 20 Uhr musste eine Entscheidung her.

Die Telefonate wurden hektischer. Auch per Whatsapp wurde kommuniziert. Erst als sich am Ende sogar Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) einschaltete, erlaubten die Kasachen den Überflug. Sie entschuldigten sich mit technischen Pro­blemen. Anschließend verlief der Flug reibungslos, und Müller hatte sogar noch Glück, denn der Flughafen Sydney wurden wegen eines Sturmes gesperrt. Dorthin reist Müller allerdings nach seinem zweitägigen Aufenthalt in Brisbane.

Quelle: eurasischepresse


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