Anti-Geldwäsche-Einheit warnt vor kriminellen Machenschaften bei Immobilien

  17 Oktober 2018    Gelesen: 1007
Anti-Geldwäsche-Einheit warnt vor kriminellen Machenschaften bei Immobilien

Zuletzt beschlagnahmten die Behörden in Berlin Dutzende Immobilen, die einem arabischen Clan zugerechnet werden. Der Chef der deutschen Anti-Geldwäsche-Einheit warnt nun, dass diese Art der Geldwäsche zunehmen könnte.

 

Der Chef der deutschen Anti-Geldwäsche-Einheit FIU, Christof Schulte, warnt vor einer Zunahme krimineller Machenschaften im Immobiliensektor. "Immobilien sind wegen ihres wirtschaftlichen Wertes ein besonders potentes Mittel zum Reinwaschen inkriminierter Gelder", sagte Schulte der Deutschen Presse-Agentur.

Gerade der Immobiliensektor in Deutschland gilt als attraktives Ziel der Organisierten Kriminalität. 2017 kam es aber nur in 474 Fällen zu Urteilen, Strafbefehlen und Anklagen. Die meisten Fälle wurden eingestellt.

Die "Financial Intelligence Unit" (FIU) gehört zum Zoll und untersteht dem Bundesfinanzministerium. Derzeit arbeiten rund 360 Mitarbeiter für die FIU. Wegen wachsender Bedrohungen soll die Einheit 2019 auf rund 475 Beschäftigte aufgestockt werden.

Die Einheit setzt darauf, dass Makler und Notare bei Verdachtsfällen in Zukunft stärker mit der Einheit kooperieren. Aber von knapp 60.000 Verdachtsmeldungen im vergangenen Jahr habe es laut Schulte nur rund 20 Hinweise von Immobilienmaklern auf mögliche Geldwäschefälle gegeben.

Vor allem von Banken, Wirtschaftsprüfern und Anwälten bekommt die FIU bisher Hinweise, wenn es Hinweise auf verdächtige Geldbewegungen gibt.

Über Briefkastenfirmen werden oft die wahren Hintermänner und die Herkunft des Geldes verschleiert. Auch dies trägt zu den rasant steigenden Immobilienpreisen bei, da bei den Geschäften der Kaufpreis sekundär ist. In Berlin beschlagnahmten die Behörden zuletzt knapp 80 Objekte, die einem arabischen Groß-Clan zugerechnet werden.

spiegel


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