Afghanistan: Russland eifert USA nicht nach – Moskau

  12 November 2018    Gelesen: 226
Afghanistan: Russland eifert USA nicht nach – Moskau

Bei den radikalislamischen Taliban gilt die Vereinbarung eines Zeitplans für den Abzug ausländischer Truppen aus Afghanistan als Voraussetzung für Gespräche mit der Regierung in Kabul. Das erklärte am Montag der Leiter der Nahost-Abteilung im russischen Außenministerium Samir Kabulow.

„Sie (die Taliban-Vertreter beim Afghanistan-Treffen – Anm. d. Red.) sagten, dass sie erst dann mit der afghanischen Regierung sprechen würden, wenn sie mit den Amerikanern einen Zeitplan für den Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan vereinbart hätten. Als vertrauensbildende Maßnahme fordern die Taliban im vorläufigen Plan die Freilassung aller politischen Gefangenen und die Abschaffung der gegen sie seit 1997 geltenden verhängten Sanktionen ”, sagte Kabulow auf einer Pressekonferenz.

Er fügte hinzu, die US-Präsenz in Afghanistan löse keine regionalen Probleme, sondern schaffe sie. Moskau gehe es nicht um Wetteifer mit Washington: Auf dem Spiel stünden nationale Interessen Russlands und seiner Verbündeten. Kabulow betonte weiter: „Die USA hatten 17 Jahre Zeit, um viele ihrer ursprünglichen Pläne zu erfüllen. Aber (…) wenn Sie sich daran erinnern können, war die Präsenz der Taliban in Afghanistan 2001 auf dem Stand Null, heute sprechen wir aber davon, dass die Taliban mehr als 60 Prozent des Landes kontrollieren – das hat die US- und Nato-Präsenz in Afghanistan (bewirkt – Anm. d. Red.). Wofür ist denn eine solche Präsenz gut, wenn sie das Problem nicht lösen kann und nur zu seiner Verschlimmerung beiträgt?“.

Das Treffen im Moskauer Format zu Afghanistan auf Ebene der stellvertretenden Außenminister und Sonderbeauftragten fand am 9. November in der russischen Hauptstadt statt. An der Konferenz nahmen auch Mitglieder des Hohen Friedensrates zur Aussöhnung bewaffneter Gruppen in Afghanistan teil. Die Regierung in Kabul äußerte die Hoffnung, dass afghanische Behörden und die Taliban im Nachhinein direkte Gespräche vereinbaren würden.

sputniknews


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