Mysteriöser Achtfachmord an Familie in Ohio offenbar aufgeklärt

  14 November 2018    Gelesen: 347
Mysteriöser Achtfachmord an Familie in Ohio offenbar aufgeklärt

Acht Familienmitglieder, erschossen, an vier Tatorten: Zweieinhalb Jahre nach dem rätselhaften Verbrechen im US-Bundesstaat Ohio haben Ermittler vier Tatverdächtige festgenommen: eine Familie aus einem Nachbarort.

Der Mord an acht Mitgliedern einer Familie im US-Bundesstaat Ohio scheint aufgeklärt. Eine Familie aus einem Nachbarort soll die Tat gemeinsam "akribisch geplant" und ausgeführt haben. Ermittler nahmen den 47 Jahre alten Vater, dessen 48 Jahre alte Ehefrau und ihre beiden erwachsenen Söhne (26 und 27) fest. Das teilte Ohios Generalstaatsanwalt Mike DeWine mit.

Die Tat in einer ländlichen Gegend im April 2016 hatte Entsetzen ausgelöst: In dem Dorf Peebles 130 Kilometer östlich von Cincinnati wurden die Leichen von sieben Mitgliedern einer Familie gefunden. Eine achte Leiche wurde etwa 50 Kilometer entfernt entdeckt.

Die acht Familienmitglieder - sieben Erwachsene und ein 16-jähriger Junge - wurden in vier Häusern getötet. Die Täter verschonten drei kleine Kinder der Familie - darunter ein nur wenige Tage alter Säugling, der Medienberichten zufolge in einem Bett neben seiner erschossenen Mutter gefunden wurde. Alle Opfer waren gezielt durch Kopfschüsse getötet worden. Generalstaatsanwalt DeWine hatte damals vom "Stil einer Hinrichtung" gesprochen.

"Wir haben den Angehörigen der Opfer versprochen, dass der Tag kommen würde, an dem dieser Fall gelöst wird, und heute ist dieser Tag", sagte DeWine nun. Die beiden Familien seien jahrelang befreundet gewesen. Einer der Tatverdächtigen, der jüngere Sohn der mutmaßlichen Täter-Familie, hatte ein gemeinsames Kind mit einer der Töchter der Opfer-Familie.

US-Medien zufolge soll ein Sorgerechtsstreit mit ein Hintergrund für die Tat gewesen sein. Die Ermittler selbst äußerten sich nicht näher zu den Motiven für den achtfachen Mord. Sie gaben aber an, dass allen vier Tatverdächtigen auch die Fälschung von Sorgerechtsdokumenten vorgeworfen werde.

DeWine beschuldigte die vier Festgenommenen, sie hätten das Verbrechen minutiös geplant und kaltblütig ausgeführt. Sie hätten die Häuser und die Routinen ihrer Opfer gekannt und die Tat mit viel Aufwand vorbereitet. Die meisten Opfer seien im Schlaf getötet worden.

"Sie haben Spuren hinterlassen"

Sheriff Charles Reader sagte, die Verdächtigen hätten mit großem Aufwand versucht, ihre Spuren zu verwischen, und dabei unter anderem Handys und Überwachungskameras manipuliert. "Sie haben es schnell, kaltblütig, ruhig und sehr sorgfältig getan. Aber nicht sorgfältig genug."

"Sie haben Spuren hinterlassen", sagte Reader. Als Beispiel nannte der Sheriff Teile den Bau eines Schalldämpfers und gefälschte Dokumente. Den Ermittlern gegenüber hätten die Verdächtigen immer wieder gelogen.

Festgenommen wurden auch Mutter und Schwiegermutter des Familienvaters. Sie sollen dabei geholfen haben, die Spuren zu verwischen. Zudem wird ihnen vorgeworfen, die Ermittlungen behindert zu haben.

In dem aufsehenerregenden Fall waren die Ermittler nach eigenen Angaben mehr als 1100 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen, hatten Hunderte Zeugenbefragungen durchgeführt und Hunderte Beweismittel untersucht.

Quelle : spiegel.de


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