Paul Ziemiak ist neuer CDU-Generalsekretär

  08 Dezember 2018    Gelesen: 610
Paul Ziemiak ist neuer CDU-Generalsekretär

Mit einem mageren Ergebnis wählen die Delegierten beim Parteitag in Hamburg den bisherigen JU-Vorsitzenden Paul Ziemiak zum neuen CDU-Generalsekretär. Der Wunschkandidat von Parteichefin Kramp-Karrenbauer wertet das als "Ansporn für harte Arbeit".

Der bisherige Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, ist zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt worden. Ziemiak erhielt auf dem CDU-Parteitag in Hamburg allerdings nur 62,8 Prozent der Stimmen. Der 33-Jährige bezeichnete das als "ehrliches Ergebnis", das für ihn ein "Ansporn für harte Arbeit" sei. Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte Ziemiak den Delegierten als ihren Nachfolger auf dem Posten vorgeschlagen. Er sei mit seinem Profil geeignet, den Erneuerungsprozess voranzutreiben.

Kramp-Karrenbauer räumte ein, dass sie Ziemiak schon vor ihrer Wahl das Amt angeboten habe für den Fall, dass sie den Wettstreit um den Parteivorsitz gewinne. Demnach sagte Ziemiak ihr aber zunächst ab und begründete dies mit seiner Loyalität zu den beiden Gegenkandidaten Friedrich Merz und Jens Spahn, die wie er selbst aus Nordrhein-Westfalen stammen.

Ziemiaks Berufung dürfte ein Versuch Kramp-Karrenbauers sein, die unterschiedlichen Lager der Partei zusammenzuführen und die Anhänger von Merz und Spahn einzubinden. Ziemiak gilt zudem ebenso wie Merz und Spahn als Vertreter des konservativen Parteiflügels. Kramp-Karrenbauer ist eine Vertraute der langjährigen Vorsitzenden Angela Merkel und gilt als Vertreterin eines politischen Kurses der Mitte.

Ziemiak stimmte wohl nicht für AKK

Noch am Vorabend des Parteitags ließ Ziemiak vor Mitgliedern der Jungen Union nach Angaben von Teilnehmern durchblicken, dass er bei der Vorsitzendenwahl nicht für Kramp-Karrenbauer stimmen werde. Trotzdem, berichtete AKK den Delegierten am Vormittag, habe sie Ziemiak den Posten des Generalsekretärs am Freitagabend erneut angeboten und er habe dies dann angenommen.

Es gehe nun nicht um den gestrigen Tag, sondern um die Zukunft der Partei, sagte Ziemiak in seiner Bewerbungsrede. "Ich bewerbe mich, weil es um diese Partei geht", sagte er. "Jetzt geht es darum, die Partei zu erneuern mit einem klaren Kurs und einer klaren Sprache."

Der Vorsitzende des unionsnahen Studentenverbands RCDS, Henrik Wärner, begrüßte die Entscheidung Kramp-Karrenbauers. Die neue Parteivorsitzende zeige damit, "dass sie die junge Generation in den Erneuerungsprozess der Partei einbinden möchte", sagte Wärner. "Das begrüßen wir."

Ziemiak ist verheiratet und lebt mit Frau und Kind im Sauerland. Seit 2014 ist er Bundesvorsitzender der JU, nach der Bundestagswahl 2017 zog er als Abgeordneter für den Wahlkreis Herne-Bochum in den Bundestag ein.

Quelle: n-tv.de


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