Spohr ändert Meinung zu Airport Tegel

  16 Januar 2019    Gelesen: 480
Spohr ändert Meinung zu Airport Tegel

Lufthansa-Chef Spohr wechselt hinsichtlich der Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel die Seiten. Er ist nun skeptisch, ob der neue Airport BER das höhere Luftfahrtaufkommen stemmen kann. Spohr beklagt zudem "unhaltbare Zustände" in Tegel.

Der Vorstandschef der Deutschen Lufthansa, Carsten Spohr, hat sich erstmals öffentlich von dem Beschluss distanziert, den Berliner Flughafen Tegel (TXL) nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER stillzulegen. Das Wachstum im Luftverkehr werde weitergehen, und es lasse sich noch nicht beurteilen, ob und wie der neue Flughafen BER und die zugehörige Infrastruktur dieses Wachstum aufnehmen könne, sagte Spohr laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung auf einer Lufthansa-Veranstaltung.

Spohr sagte demnach weiter: "Daher erwarten inzwischen unsere Kunden und viele in der Öffentlichkeit zu Recht von allen Beteiligten, dass wir die Frage der Offenhaltung von Tegel mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Luftverkehrs neu bewerten." Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte die Äußerungen, diese stammten vom Neujahrskonzert des Konzerns am Dienstagabend in Berlin.

Spohr forderte dem Blatt zufolge bei dem Anlass eine öffentliche Debatte über die Offenhaltung von Berlin-Tegel. Demnach kritisierte er außerdem "unhaltbare Zustände" in Tegel wie etwa veraltete Technik bei den Sicherheitskontrollen und Warteschlangen von bis zu hundert Metern. "Wir werden weiterhin keine Ruhe geben, bis diese Situation verbessert wird."

Zweifel an BER-Kapazität


Bislang hatte der Lufthansa-Chef hinter den Plänen zur Schließung von TXL gestanden. Allerdings gibt es mittlerweile erhebliche Zweifel, ob die Kapazität des BER alleine dem wachsenden Flugverkehr genügen kann. Zudem stellen Experten infrage, dass der BER sich neben Frankfurt und München als internationales Drehkreuz etablieren könnte.

Die wegen immer neuer Pannen wiederholt verschobene Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens ist derzeit für Oktober kommenden Jahres geplant.


Quelle: n-tv.de


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