Weißes Haus: USA setzen auf atomare Abschreckung Russlands statt auf Raketenschild

  17 Januar 2019    Gelesen: 955
Weißes Haus: USA setzen auf atomare Abschreckung Russlands statt auf Raketenschild

Trotz des Ausbaus ihres umstrittenen Raketenschildes setzen die Vereinigten Staaten nach Angaben aus dem Weißen Haus weiter auf die atomare Abschreckung Russlands und China.

Die USA wollen im Gegenüberstehen mit Russland und China mehr auf die atomare Abschreckung setzen als auf den Ausbau ihres globalen Raketenabwehrsystems, wie ein Sprecher des Weißen Hauses mitteilte.

Er bestätigte die Informationen, laut denen Präsident Donald Trump am Donnerstag im Pentagon einen neuen Bericht zur Raketenabwehr vorstellen wird. Das letzte derartige Dokument war von der US-Regierung im Jahr 2010 publik gemacht worden.

„Was Russland und China betrifft, so besitzen sie ein großes und modernes Arsenal (an Raketenwaffen – Anm. d. Red.). Wir verlassen uns auf unsere Zügelung, um Russland und China in dieser Sphäre einzudämmen“, sagte der Staatsbeamte.

Danach befragt, ob damit die atomare Abschreckung oder die Eindämmung mittels einer Erweiterung des globalen Raketenabwehrsystems gemeint sei, sagte der Vertreter des Weißen Hauses, dass „die USA nach wie vor auf die atomare Abschreckung setzen“.

Auf die mögliche Besorgnis Russlands und Chinas bezüglich der US-Politik in der Raketenabwehrsphäre eingehend, hob der Beamte hervor, Trump hoffe, diese Besorgnis unter anderem durch gute Beziehungen zu den Staatschefs abzubauen.

„Er (Trump – Anm. d. Red.) glaubt an gute Beziehungen zu den Präsidenten dieser Länder. Unsere Verteidigungsmöglichkeiten sind defensiv. Die USA sind sehr transparent im Bereich der Entwicklung ihres Raketenabwehrsystems, vor wem es schützen soll. Unser Raketenabwehrsystem ist gegen die Bedrohungen seitens der Schurkenstaaten gerichtet“, so der Vertreter des Weißen Hauses.

Die USA waren bereits im Jahr 2002 aus dem Vertrag über die Begrenzung von antiballistischen Raketenabwehrsystemen (ABM-Vertrag) ausgestiegen. Seitdem entwickelt das amerikanische Militär ein globales Raketenabwehrsystem, unter anderen nahe der russischen Grenzen in Polen und Rumänien, aber ebenso die seegestützte Komponente dieses Systems.

Russland begann daraufhin mit der Entwicklung von Waffensystemen, die ein beliebiges Raketenabwehrsystem nutzlos machen sollen. Präsident Wladimir Putin hatte am 1. März 2018 in seiner Rede zur Lage der Nation vor der Föderalen Versammlung über neueste Arten strategischer Waffen berichtet, darunter über die Hyperschall-Raketensysteme „Kinschal“ (dt. „Dolch“), „Avangard“, „Burewestnik“ (dt. „Sturmvogel“), über den Kampflaser „Pereswet“ und ebenso über die atomgetriebene Untersee-Drohne „Poseidon“.

Die USA wollen laut Pressemeldungen am 2. Februar mit ihren Ausstieg aus dem wichtigen INF-Vertrag über das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen beginnen, den Präsident Trump am 20. Oktober 2018 angekündigt hatte.

sputniknews


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