Mögliche Autobombe explodiert in Nordirland

  20 Januar 2019    Gelesen: 609
Mögliche Autobombe explodiert in Nordirland

Auch 20 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen gibt es in Nordirland immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Katholiken, Protestanten und Sicherheitskräften. Nun explodiert in Londonderry eine mutmaßliche Autobombe. Doch ob es einen politischen Hintergrund gibt, ist noch unklar.

 

Nach einer Explosion in der Innenstadt der nordirischen Stadt Londonderry geht die Polizei Hinweisen auf eine Autobombe nach. Die Polizei veröffentlichte via Twitter ein Foto vom Tatort in der Bishop Street, auf dem ein großes Feuer zu sehen ist.

Die Polizei forderte Anwohner und Passanten auf, sich fernzuhalten. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor. In der Straße der 85.000-Einwohner-Stadt liegt unter anderem ein Gerichtsgebäude.

Medienberichten zufolge hatte die Polizei eine telefonische Warnung erhalten und gerade begonnen, das Gebiet abzuriegeln, als es zur Explosion kam. Das Fahrzeug sei kurz zuvor in Londonderry gestohlen worden, berichtete der Sender BBC unter Berufung auf die Polizei. Die Polizei selbst sprach in ihrem Twitter-Account von einem "Zwischenfall". Ob es politische Hintergründe gibt, ist bislang unklar.

"Sinnloser Terrorakt"


Die ehemalige Regierungschefin der Provinz Nordirland, Arlene Foster, sprach dennoch von einem "sinnlosen Terrorakt". Dieser müsse "auf das Schärfste verurteilt" werden, forderte die Vorsitzende der ultrakonservativen Democratic Unionist Party (DUP). Irlands Außenminister Simon Coveney ging ebenfalls von einem "terroristischen Autobombenanschlag" aus. Politiker aller Fraktionen verurteilten den Vorfall.

Auch 20 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen, das den blutigen Konflikt in Nordirland beendete, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten sowie Sicherheitskräften. Dabei stehen sich katholischen Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiterhin zu Großbritannien gehören wollen.


Quelle: n-tv.de


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