Ölfirma wusste offenbar von Pipeline-Leck - hielt es aber für "minimal"

  21 Januar 2019    Gelesen: 477
Ölfirma wusste offenbar von Pipeline-Leck - hielt es aber für "minimal"

Dutzende Menschen starben bei der Explosion einer Benzinleitung in Mexiko. Laut einem Minister wusste die staatliche Ölfirma von dem Leck.

Bei der Explosion einer angezapften Benzin-Pipeline in Mexiko sind laut neuen Meldungen mindestens 85 gestorben. Gesundheitsminister Jorge Alcocer sagte, 72 Menschen würden noch in Krankenhäusern behandelt. Bei den Opfern handelte es sich um Menschen, die Treibstoff aus der beschädigten Pipeline abzapfen wollten.


Das Unglück hatte sich am Freitag im Bundesstaat Hidalgo in der Nähe der Kleinstadt Tlahuelilpan ereignet, gut hundert Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt. Etwa 800 Menschen waren mit Kanistern und Eimern zu der Benzinleitung geeilt, um sich illegal mit Treibstoff zu versorgen. Es kam zu einer Explosion und die Pipeline fing Feuer.

Der mexikanische Sicherheitsminister Alfonso Durazo sagte, die staatliche Ölfirma Pemex habe von dem Leck gewusst. Sie sei vom Militär vier Stunden vor der Explosion gewarnt worden. Doch Pemex habe es für ein "minimales" Leck gehalten.

Benzindiebstahl ist ein großes Problem in Mexiko. Nach Pemex-Angaben wurde im vergangenen Jahr alle 30 Minuten versucht, eine Pipelines anzuzapfen. Hidalgos Gouverneur Omar Fayad rief die Bevölkerung nach dem Unfall dazu auf, sich nicht am Benzin-Klau zu beteiligen. Es sei lebensgefährlich.

Sprit in bewachten Lastern

Die Regierung geht seit Ende Dezember gegen den Kraftstoffdiebstahl vor und ließ bereits einige Leitungen schließen. Der Sprit wird nun in bewachten Tanklastern transportiert. An den Tankstellen des lateinamerikanischen Landes führte das in den vergangenen Wochen zu langen Warteschlangen.

spiegel


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