Arztpraxen könnten geschlossen bleiben

  23 Januar 2019    Gelesen: 422
Arztpraxen könnten geschlossen bleiben

Zahlreiche Arztpraxen in Deutschland könnten heute ganz oder teilweise geschlossen bleiben.

Ein Bündnis verschiedener Ärzteverbände hat zu einem bundesweiten Protesttagaufgerufen. Sie wenden sich gegen das von Gesundheitsminister Spahn geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Das Gesetz soll Patienten helfen, schneller einen Termin zu bekommen. 

Der Bundesvorsitzende der Freien Ärzteschaft (FÄ), Dietrich, sagte tagesschau.de, es sei nicht vorhersehbar, wie viele Ärzte sich an den Protesten beteiligen. Hauptkritikpunkt sei die „zunehmende Bevormundung durch den Staat“, so Dietrich. Gesundheitsminister Spahn will Ärzte unter anderem zu mindestens 25 statt bisher 20 Stunden Sprechzeit pro Woche verpflichten. Bestimmte Ärzte – wie Orthopäden, Haus-, Kinder- und Frauenärzte – sollen mindestens fünf Stunden als offene Sprechstunde ohne feste Terminvergabe anbieten. 

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Gassen, spricht von „mangelndem Respekt“ und „Misstrauen“ gegenüber Ärzten. Das Gesetz suggeriere, dass niedergelassene Ärzte nicht genug arbeiteten. Dabei arbeiteten sie im Schnitt mehr als 50 Wochenstunden. Gassen bezieht sich dabei auf eine Umfrage unter 11.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten über die Zufriedenheit in ihrem Beruf. Das neue Gesetz gehe nicht an die Wurzeln des eigentlichen Problems: den Ärztemangel an sich, sagte Gassen der ARD.

Auf Informationsveranstaltungen in vielen deutschen Städten wollen die Ärzte heute mit Kollegen und Patienten über das neue Gesetz diskutieren. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 170.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten.

 

deutschlandfunk


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