Scout24 steht vor Milliarden-Übernahme

  15 Februar 2019    Gelesen: 552
Scout24 steht vor Milliarden-Übernahme

Nur ein Jahr nach ihrem Abschied könnten zwei Investoren sich wieder die Mehrheit an Scout24 sichern. Ein neues Angebot für den Betreiber von ImmobilienScout24 kommt auch beim Management gut an. Es könnte die größte Übernahme dieser Art in Deutschland werden.

Der Betreiber von Deutschlands größtem Wohnungs- und Häuser-Portal ImmobilienScout24 steht vor der Übernahme durch Finanzinvestoren. Blackstone und Hellman & Friedman bieten den Scout24-Eignern 46 Euro je Aktie, wie die Finanzinvestoren mitteilten. Das Management von Scout24 begrüßte die Offerte, die rund 24,4 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate liegt. Dadurch könnte das Unternehmen sich nach einer recht kurzen Börsenhistorie wieder vom Markt verabschieden.

Mit einer Konzernbewertung von 5,7 Milliarden Euro wäre Scout24 die größte Übernahme eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland durch Finanzinvestoren. Für den Arzneimittelhersteller Stada hatten die Beteiligungsfirmen Bain und Cinven bis zu 5,3 Milliarden Euro inklusive Schulden geboten.

Die Scout24-Aktie stieg nach Börsenbeginn um rund zwölf Prozent auf 46,42 Euro und war damit der größte Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Als Bedingung einer erfolgreichen Übernahme nannten die Investoren unter anderem, dass es ihnen gelingt, mehr als 50 Prozent der Aktien einzusammeln.

Vor einem Jahr hatten Hellman & Friedman ihre letzten Aktien an Scout24 verkauft. Die Mehrheit an Scout24 hatten sie 2013 von der Deutschen Telekom erworben. Im Jahr darauf war Blackstone eingestiegen, und 2015 hatten die Investoren das Unternehmen dann an die Börse gebracht.

Früheres Angebot noch zu niedrig


Dass Blackstone und Hellman & Friedman nun erneut bei dem Betreiber der Portale Immobilienscout24.de und Autoscout24.de einsteigen wollen, war bereits vor einiger Zeit an die Öffentlichkeit gedrungen. Doch hatte der Scout24-Vorstand im Januar ein 4,7 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot der beiden Finanzinvestoren über 44 Euro je Aktie als zu niedrig zurückgewiesen.

Nun wurden sich die Interessenten mit Vorstandschef Tobias Hartmann und Aufsichtsratschef Hans-Holger Albrecht einig. "Ich freue mich über unsere gemeinsame langfristige Vision und unser Ziel, Scout24 zu einem führenden europäischen Digitalunternehmen zu machen", erklärte Hartmann. "Hellman & Friedman und Blackstone werden von Scout24 als vertrauenswürdige und langfristige Partner geschätzt, die als ehemalige Eigentümer mit dem Unternehmen vertraut sind."


Quelle: n-tv.de


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