Wölfe greifen in Deutschland deutlich mehr Nutztiere an

  16 Februar 2019    Gelesen: 616
Wölfe greifen in Deutschland deutlich mehr Nutztiere an

Mit der Ausbreitung des Wolfsbestandes ist auch die Zahl der Angriffe von Wölfen auf Nutztiere bundesweit stark gestiegen, schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf die zuständige Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW).

Laut der Schadensbilanz 2017 nehmen die von Wölfen verursachten Schäden zu, so das Blatt. Die Zahl der Angriffe sei um knapp 66 Prozent auf 472 gestiegen. Die Zahl der dabei getöteten, verletzten oder vermissten Tiere beziffert die Dokumentationsstelle auf 1667, das seien fast 55 Prozent mehr als noch 2016.


Bei den von Wölfen von 2002 bis 2017 getöteten oder verletzten Nutztieren in Deutschland haben es sich zu 85,9 Prozent um Schafe oder Ziegen, neun Prozent um Gatterwild und in 4,8 Prozent der Fälle um Rinder (meist Kälber) gehandelt, berichtet die DBBW auf ihrer offiziellen Webseite.

Die meisten Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere soll es demnach vor allem dort geben, wo Wölfe sich in neuen Territorien etablieren und die Schaf- und Ziegenhalter sich noch nicht auf deren Anwesenheit eingestellt haben. Meist gehen die Schäden in diesen Gebieten nach ein, zwei Jahren zurück, wenn die Tierhalter gelernt haben, mit der Anwesenheit von Wölfen umzugehen.


Die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin, Julia Klöckner, forderte gegenüber der Zeitung eine „gemäßigte Bestandsregulierung“ der Wölfe durch Abschuss einzelner Tiere. Dem Bericht der Dokumentationsstelle zufolge helfe ein Abschuss allerdings, wenn überhaupt, nur kurzfristig.

„Um die Probleme dauerhaft möglichst gering zu halten, hilft es nur, Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet flächendeckend zu schützen“, zitiert die „Neue Osnabrücker Zeitung“ die DBBW.

Die CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag hatte im November ein Papier beschlossen, in dem sie sich dafür ausspricht, den Schutzstatus von Wölfen auf europäischer Ebene von „streng geschützt“ auf „geschützt“ zu senken. Dadurch wäre eine Jagd bei Überschreiten bestimmter Bestandsgrenzen erlaubt. Bisher dürfen nur verhaltensauffällige Tiere in Einzelfällen erlegt werden. Die Union machte sich in dem Papier auch für wolfsfreie Zonen etwa in wirtschaftlich genutzten Gebieten stark.


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