Trump: Europa soll IS-Kämpfer aufnehmen

  17 Februar 2019    Gelesen: 454
Trump: Europa soll IS-Kämpfer aufnehmen

Hunderte Dschihadisten befinden sich in der Gewalt der "Syrischen Demokratischen Kräfte", viele von ihnen stammen aus Europa. Und dort soll ihnen auch der Prozess gemacht werden, fordert US-Präsident Trump.

US-Präsident Donald Trump hat die Europäer aufgefordert, "mehr als 800" gefangene Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. "Das Kalifat steht vor seinem Fall", schrieb Trump auf Twitter. "Die Alternative, dass wir gezwungen sein werden, sie freizulassen, ist keine gute." Die USA würden ungern zusehen, wie diese IS-Kämpfer in Europa eindringen, da diese erwartungsgemäß dorthin gehen wollten. "Wir tun so viel und geben so viel aus", schrieb Trump im zweiten Teil. Jetzt sei es "Zeit für andere, vorzutreten und den Job zu erledigen, den wir so gut können."

Das US-Außenministeriums hatte schon vor einigen Tagen berichtet, die "Syrischen Demokratischen Kräfte" hätten bei ihrem Vormarsch gegen die Terrormiliz hunderte ausländische IS-Kämpfer gefasst. Sie seien sicher und human untergebracht.  Wie ein Kommandeur am Samstag sagte, stehen von den USA unterstützte Kämpfer vor der Eroberung der letzten Enklave des IS in Syrien. Die verbliebenen Extremisten hätten sich auf wenigen hundert Quadratmetern in einem Dorf in der Nähe der irakischen Grenze verschanzt und würden von allen Seiten beschossen.

Trump hatte angekündigt, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen, sobald der IS militärisch besiegt ist. Das wirft Fragen über das Schicksal der von den USA unterstützten Kurden und das Vorgehen der Türkei im Nordosten Syriens auf.

Schon am Vortag war Europa zu mehr Verantwortung in dem Konflikt in Nahost und zur Entsendung von Truppen zur Ablösung der abrückenden US-Soldaten aufgefordert worden. Dazu habe es am Samstag Konsultationen gegeben, die weitergeführt werden sollen, sagte US-Vizepräsident Mike Pence am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Ergebnisse oder Zeitpläne seien dabei nicht erarbeitet worden, hieß es. Die Verbündeten und Partner sollten mehr Verantwortung übernehmen, so die Forderung von Pence. Dass Länder wie Deutschland Soldaten zur Verfügung stellen, ist jedoch unwahrscheinlich. Als Voraussetzung gilt ein UN-Mandat.

Aktuell haben kurdische Kämpfer nach eigenen Angaben die letzten verbliebenen IS-Kämpfer in dem Ort Baghus am Euphrat im Osten Syriens umzingelt. Die Dschihadisten hielten sich noch in einem Gebiet von 600 bis 700 Quadratmetern auf, sagte Dschija Furat, Kommandant der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Schon bald könnten "gute Nachrichten" verkündet werden. Der IS hatte 2014 den Höhepunkt seiner Macht erreicht. Damals kontrollierten die Dschihadisten ein Gebiet, das sich über große Teile Syriens und des Iraks erstreckte. Mittlerweile sind IS-Anhänger auch in anderen Ländern aktiv, etwa in Libyen oder Afghanistan.


Quelle: n-tv.de


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