Vorbereitung auf Litauen: Panzerpioniere sprengen Gebäude auf

  17 April 2019    Gelesen: 868
 Vorbereitung auf Litauen: Panzerpioniere sprengen Gebäude auf

Ab Juli sind sie Teil des NATO-Kampfverbandes in Litauen – die Soldatinnen und Soldaten der 2. Kompanie des Panzerpionierbataillons 701 aus Gera. Dafür trainierten sie zwei Wochen auf dem Truppenübungsplatz Lehnin.

Den Kampf im urbanen Gelände üben. Soldaten der 2. Kompanie bereiten sich auf ihren zweiten Einsatz bei der anerkannten Mission Enhanced Forward Presence (EFP, deutsch: verstärkte Vornepräsenz) in Litauen vor. Dabei konnten sie auf ihre bereits gewonnenen Erfahrungen aus dem ersten Einsatz in dem Land an der Ostgrenze der NATO 2017 zurückgreifen. „Damals wurde deutlich, dass diese Ausbildung hier eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, damit die Pioniere den Kampfverband, die 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 391, wirkungsvoll unterstützen können“, so der Kompaniechef, Major Nico Lasch.

Erst die Theorie, dann die Praxis. Im Unterricht befassten sich die Panzerpioniere zunächst mit wichtigen Fragen: Wie verschafft sich der Stoß- und Deckungstrupp Zugang in ein oder mehrere Gebäude, auch mit Sprengmitteln? Welche taktischen Ansätze gibt es dafür? Was ist der Unterschied zwischen dem Durchsuchen und dem Nehmen von Räumen, Hausfluren und Treppenhäusern? Wie müssen sich die Soldaten dafür an den Türen aufstellen? Wie gehen sie im Raum, Hausflur und Treppenhaus vor? „Das ist schon nicht ohne. Das Koordinieren von Feuer und Bewegung gehört nicht zu unserem Kerngeschäft“, erklärt der einsatzerfahrene Zugführer, Stabsfeldwebel Rocco Napieralski.

Ein Gefechtsschießen mit Übungsmunition in Gruppen von jeweils vier bis sechs Soldaten folgte als Höhepunkt der Ausbildung. „Hier soll die kleine Kampfgemeinschaft, die im Unterricht geschmiedet wurde, ihr erlerntes Können unter Gefechtsbedingungen anwenden“, erklärt Lasch.

Der Ausbilder, Hauptfeldwebel Alexander Moser, gibt den Befehl: „Sie haben den Auftrag, eine Gaststätte zu nehmen.“ Die Soldaten machen sich einsatzbereit. Napieralski verteilt die Einzelaufträge an die Stoß- und Deckungstrupps, der Funk wird überprüft, Fahrzeuge und Soldaten mit Munition ausgestattet, die Transportpanzer Fuchs und Allschutz-Transportfahrzeuge Dingo fahren auf.

Auf Befehl des Zugführers beginnen die Pioniere mit ihrer Angriffsoperation. Über Straßen, Wege und Häuser nähern sie sich dem geplanten Angriffsziel, der Gaststätte.

Der Ausbildungszug hat sich aufgeteilt und sichert das Gebäude rundum. Eine Deckungsgruppe steht links und eine rechts, wo auch der Stoßtrupp seine Ausgangsstellung bezogen hat. Während die Fahrzeuge mit den schweren Waffensystemen, dem Maschinengewehr MG 3, die Gaststätte ansteuern, überwachen andere das Vorgehen des Trupps.

Plötzlich Gewehrsalven: Der Feind hat die Pioniere entdeckt und beschossen. Sofort reagieren die Deckungstrupps und erwidern das Feuer. Nun muss alles zügig gehen. Der Zugführer koordiniert Feuer und Bewegung. „Alpha 2 und 3 geben Deckungsfeuer, um den Feind niederzuhalten. Alpha 1 überwindet Straße zu Gaststätte unter Einsatz von Nebel, um das Gebäude zu nehmen!“

Die Gewehrsalven rattern durch die Luft. Nebel baut sich auf. Er erschwert dem Feind die Sicht. Der Stoßtrupp kann schnell über die Straße zur Gaststätte rennen. Die Soldaten nehmen die Türaufstellung ein. Sie versuchen, durch die Eingangstür ins Gebäude zu gelangen. Doch sie ist verriegelt.

Hier sind die Pioniere in ihrem Element, denn ihr Kerngeschäft ist das Schaffen von Zugängen. Die Soldaten bringen eine Sprengladung an der Tür an. Der eingeteilte Truppführer entscheidet sich für 20 Gramm Sprengstoff.

Als gäbe es ein Drehbuch, arbeiten sich die Pioniere durch das Gebäude. Mittendrin kommt es zum Feindkontakt. Schüsse fallen. Plötzlich sackt ein Pionier schreiend zusammen. „Ich bin getroffen! Schei…“. Sofort beginnen die Kameraden mit der Erstversorgung. „Feind bekämpft, tot. Ein Verwundeter, eigene“, meldet der Truppführer per Funk. Zugführer Napieralski handelt und fordert ärztliche Hilfe zum Abtransport des Verletzten (Medical Evacuation, kurz MedEvac) an: „Haben einen Verletzten. Benötige Medevac bei Koordinate … .Ich stelle Aufnahme MedEvac durch Sichtzeichen Rauch Orange sicher“. Anschließend schickt er einen Transportpanzer Fuchs zum Angriffsziel, um den verwundeten Soldaten aufzunehmen.

deutschesheer


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