„Die Welt braucht Frieden statt Kriegsbündnisse“ – Aufruf zum Ostermarsch 2019

  17 April 2019    Gelesen: 288
„Die Welt braucht Frieden statt Kriegsbündnisse“ – Aufruf zum Ostermarsch 2019

Die lokalen und regionalen Gruppen der bundesdeutschen Friedensbewegung rufen zum traditionellen Ostermarsch auf. Gegen Krieg und Aufrüstung, für Frieden und Entspannung – dafür werden auch in diesem Jahr Zehntausende bundesweit zu Ostern auf die Straßen gehen. In Berlin macht der Aufruf dazu klar: „Nein zur Nato!“

Der Austritt aus der Nato gehört zu den Forderungen des diesjährigen Ostermarsches in Berlin am kommenden Samstag. Hauptforderung ist wie bei den anderen bundesweit rund 40 Veranstaltungen dieser Art zu Ostern „Abrüsten statt Aufrüsten“. Die Ostermärsche der bundesdeutschen Friedensbewegung gibt es seit mehr als 50 Jahren.

In Berlin wird am Ostersamstag gegen die nun 70-jährige Nato als Kriegsbündnis protestiert. Das kündigte Mitorganisatorin Laura von Wimmersperg von der Berliner „Friedenskoordination“ (Friko) gegenüber Sputnik an. „Die Menschen wissen und fühlen, dass die Situation brenzlig ist“, erklärte sie. Daher rechne sie mit gutem Zuspruch am Samstag.

„Die Welt braucht Frieden statt Kriegsbündnisse“, so der Aufruf zum diesjährigen Ostermarsch in Berlin. In diesem wird an die Geschichte der Nato erinnert, die trotz des Endes des Kalten Krieges 1989/90 weiterexistiert. Der Krieg des westlichen Bündnisses vor 20 Jahren gegen Jugoslawien habe offengelegt, dass es sich dabei um „ein weltweit operierendes Angriffsbündnis“ handelt.

Gegen Nato-Aufmarsch und Bedrohung Russlands

Ebenso wird an die weiteren Kriege und Interventionen der westlichen Staaten unter Führung der USA und ihrer Verbündeten erinnert. „Heute steht die Welt vor den Scherben dieser völkerrechtswidrigen Politik, Regierungen anderer Länder zu stürzen, von Afghanistan, Irak, Libyen bis Syrien“, heißt es im Aufruf. Und weiter: „Die Bundesrepublik bedient sich der Nato und der EU-Militarisierung, um ihre Einflusszonen zu erweitern und sich ihren ‚Platz an der Sonne‘ bei der Aufteilung der Welt zu sichern. Inzwischen beteiligt sich die Bundeswehr an 14 Auslandseinsätzen.“

Die Ostermarsch-Organisatoren wenden sich ebenso gegen die fortgesetzte Einkreisung und Bedrohung Russlands durch die nach Osten erweiterte Nato. Diese stehe heute an der Westgrenze Russlands, einschließlich der Bundeswehr. Manöver und Truppenaufmärsche würden in eine gefährliche Eskalationsschraube führen, ebenso die zunehmende Aufrüstung, die mit einer angeblichen russischen Gefahr begründet wird.

Im Aufruf ist dazu zu lesen: „Zur Rechtfertigung dieses Wahnsinns wird mit Hilfe von willigen Medien Russland zur Bedrohung und zum Feind aufgebaut. Alle Vorschläge der russischen Regierung, anstehende Probleme gemeinsam zu lösen, werden abgelehnt. Aber ohne Russland gibt es keine Lösung internationaler Probleme.“

Die Forderungen reichen von Milliarden Euro für soziale Sicherheit statt für Aufrüstung und einem Ende der westlichen Sanktionen gegen andere Staaten über den Abzug der US-Streitkräfte und der US-Atomwaffen aus der Bundesrepublik bis hin zum Ende der Bundeswehr-Einsätze im Ausland und der weiteren Aufrüstung von EU und Nato. Statt fortgesetzter Konfrontation gegenüber Russland sei eine Politik der Entspannung notwendig, wird an die Bundesregierung appelliert.

Altes und weiter aktuelles Ziel: Nukleare Abrüstung

Das große Ziel ist es laut Aufruf, „die Welt von Aufrüstung und Krieg zu befreien“. „Es sind ja leider so viele Probleme, die wir nicht alle abdecken können“, stellte Organisatorin von Wimmersperg fest. „Im Zentrum stehen vor allem die Kriegslügen der Nato und damit auch der Feindbildaufbau gegenüber Russland und aktuell auch gegenüber China. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe für uns, dass wir uns dem entgegenstellen.“

Nach ihren Worten werden bei der Auftaktkundgebung des Berliner Ostermarsches am Samstag am Rosa-Luxemburg-Platz, vor der Volksbühne, Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Deutschlands, sowie der Liedermacher Hartmut König, Mitbegründer des DDR-Singeklubs „Oktoberklub“, sprechen. Zum Abschluss werde Jutta Kausch von der Friko Berlin reden.

Bundesweit starten die Ostermärsche an einigen Orten bereits am Freitag. Bis zum Ostermontag gibt es entsprechende Demonstrationen und Veranstaltungen an verschieden Orten und in den Regionen. Den ersten Ostermarsch weltweit gab es 1958 in London, 1960 folgte der erste in der Bundesrepublik. Zu Beginn ging es vor allem gegen die nukleare Aufrüstung.

Nachdem die Bewegung in den 1970er Jahren von der Bildfläche verschwand, erlebt sie in den 1980er Jahren in Folge der sogenannten Nato-Nachrüstung einen neuen massenhaften Aufschwung. Hunderttausende nahmen jährlich seit 1982 daran teil. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall des Ostblocks sind die Teilnehmerzahlen wieder gesunken. In den letzten Jahren werden aber wieder Zehntausende bundesweit gemeldet, die zu Ostern für Frieden demonstrieren.

In Berlin beginnt der Ostermarsch am Samstag um 13 Uhr vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte. Er endet gegen 15 Uhr ebenfalls vor der Volksbühne.

sputniknews


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