Großbritannien sucht Notenbankchef für Nach-Brexit-Ära

  24 April 2019    Gelesen: 524
Großbritannien sucht Notenbankchef für Nach-Brexit-Ära

London (Reuters) - In Großbritannien ist der Startschuss im Rennen um die Nachfolge von Notenbankchef Mark Carney gefallen, der wenige Monate nach dem geplanten Brexit

Anfang 2020 abtritt. Finanzminister Philip Hammond sagte am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss, bei der Suche gehe es um einen “Kandidaten höchsten Kalibers”. Als chancenreich gilt unter anderen der frühere indische Notenbankchef Raghuram Rajan, der sich aber zu seinen Ambitionen bedeckt hält. Als weitere heiße Anwärter gelten der Vizechef der Bank of England (BoE), Ben Broadbent, sowie BoE-Chefökonom Andy Haldane. Auch der frühere BoE-Vizechef Andrew Bailey wird als möglicher Nachfolger des gebürtigen Kanadiers Carney gehandelt, der seit Juli 2013 an der Spitze der Londoner Zentralbank steht.

Mit Blick auf den Brexit hatte Carney seinen Abgang bereits zwei Mal hinausgeschoben, will nun aber am 31. Januar 2020 definitiv gehen. Laut Hammond soll ein Nachfolger bis Oktober gefunden sein, der nach Möglichkeit volle acht Jahre amtieren solle: “Da wir die Europäische Union verlassen, ist es sehr wichtig, dass das Vereinigte Königreich weiter eine wichtige Rolle in internationalen Foren spielt”, betonte Hammond.

Premierministerin Theresa May ist mit dem Brexit-Vertrag, den sie mit der EU ausgehandelt hat, auch wegen des Widerstands in den eigenen Reihen wiederholt im Parlament gescheitert. Die Frist für einen britischen EU-Ausstieg wurde deswegen auf den 31. Oktober verschoben. May verhandelt derzeit mit der Labour-Partei, um einen Kompromiss für einen Ausweg aus der Brexit-Sackgasse zu finden, damit ein ungeordneter Ausstieg aus der Europäischen Union mit mutmaßlich schweren Folgen für die Wirtschaft vermieden werden kann.


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