Zollkrieg: Trump will mit Xi reden – Deutsche Industrie besorgt

  14 Mai 2019    Gelesen: 361
Zollkrieg: Trump will mit Xi reden – Deutsche Industrie besorgt

Nach der Eskalation im Handelskrieg mit China will US-Präsident Donald Trump nun die Besorgnisse dämpfen und mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping sprechen.

Trump will mit Xi am Rande des Gipfels der großen Industrieländer (G20) Ende Juni in Osaka (Japan) zusammenkommen. Das Gespräch soll die künftigen Handelsbeziehungen beider Länder bestimmen, die den Anlegern weltweit große Sorgen bereiten. Auch die deutsche Industrie zeigt sich sehr beunruhigt, schreibt die Deutsche Presse-Agentur.

Der Zollkrieg zwischen den zwei größten Volkswirtschaften brachte den asiatischen Börsen sowie den US-Aktienmärkte am Dienstag Verluste. Die Bundesregierung hatte ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bereits deutlich gesenkt, so die dpa.

Der Dow Jones Industrial schloss mit dem größten Minuswert seit dem 3. Januar 2019 in Höhe von 2,38 Prozent. Nach dpa-Angaben sackte nach den Verlusten an der Wall Street am Vortag in Japan der Nikkei-225-Index in den ersten 15 Handelsminuten um 1,8 Prozent ab. In Hongkong fiel der Hang Seng um rund zwei Prozent. Auch die Börsen in China lagen klar im Minus. Der Kospi-Leitindex in Seoul, der schon am Montag auf den niedrigsten Stand seit Januar gefallen war, ging auch erst nach unten, machte dann aber wieder Boden gut.

Deutschland warnt die beiden Länder vor einer Eskalation. „Der anhaltende Konfrontationskurs zwischen den USA und China gefährdet die Weltwirtschaft massiv“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, gegenüber der dpa. Der Konflikt treffe direkt europäische Unternehmen, die Produktionsstätten in den USA und China haben. „Unternehmen investieren nicht, wenn unklar ist, ob ihre Geschäfte bald durch Zölle unterbrochen werden.“

Die US-Regierung hat die Einfuhrtarife auf bereits verzollte Importe aus China von zehn auf 25 Prozent im Wert von 200 Milliarden Dollar erhöht. Trump kündigte außerdem an, auch auf die restlichen Einfuhren aus China die Zölle im Wert von 325 Milliarden Dollar auszuweiten. Eine Entscheidung darüber habe er aber noch nicht gefällt. Am heutigen Montag haben die USA eine Liste der Waren veröffentlicht, die dies betreffen könnte. Darunter sind Kinderbekleidung, Spielzeug, Smartphones und Notebooks. Peking kündigte im Gegenzug an, ab 1. Juni chinesische Sonderzölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden US-Dollar auf bis zu 25 Prozent zu erhöhen.   

Die „Anpassung“ sei eine „Antwort auf den US-Unilateralismus und Handelsprotektionismus“. Zuvor hatte Trump die chinesische Seite noch davor gewarnt, Vergeltung zu üben.

Von den neuen Zöllen Chinas sind auch amerikanische Agrarprodukte betroffen. Trump kündigte an, den US-Farmern für etwaige Ausfälle unter die Arme greifen zu wollen. Er gab China die Schuld an der Eskalation und warnte Peking vor Konsequenzen.

sputniknews


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