Besser spät als nie? Auch Seehofer will kriminelle Clans bekämpfen

  21 Mai 2019    Gelesen: 417
Besser spät als nie? Auch Seehofer will kriminelle Clans bekämpfen

Es ist ein längst bekanntes Problem: Kriminelle Clans treiben ihr Unwesen in Deutschland. Allein in NRW gingen innerhalb von drei Jahren über 14.000 Straftaten auf das Konto von Clans – Drogenhandel, Raub, Körperverletzung oder sogar Mord. Nach mehreren Bundesländern scheint nun auch Bundesinnenminister Seehofer die Gefahr erkannt zu haben.

Bundesinnenminister Horst Seehofer will anscheinend entschlossener gegen Clan-Kriminalität in Deutschland vorgehen. Der Bürger werde von Clans hierzulande „als Opfer, die deutsche Gesellschaft als Beute und unsere Gesetze und Regeln als nicht verbindlich betrachtet", so Seehofer gegenüber der "Bild". Daher habe das Bundeskriminalamt nun ein Konzept entwickelt, um Clan-Aktivitäten effektiver zu bekämpfen.

Das Anti-Clan-Konzept trägt den Titel "BLICK", eine Abkürzung für „Bund-Länder Initiative zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität“. Es sei Teil eines Sieben-Punkte-Plans, um Deutschland sicherer zu machen, so der Innenminister. Seehofer will außerdem gegen Aktivitäten im sogenannten Darknet, ausländische Straftäter und Kinderpornografie vorgehen. Auf Clans lieg für Seehofer aber ein besonderer Fokus. Diese würden in Deutschland oft von „Kriminalität und Rechtsbruch" leben.

"BLICK" habe laut Medienberichten die Aufgabe, nationale und internationale Strukturen aufzudecken und den Fahndungsdruck zu erhöhen. Dafür hat Seehofer auch mehr Personal in Aussicht gestellt. Dabei ist das Problem schon länger bekannt: Vor allem in Berlin und Nordrhein-Westfalen gehört Clankriminalität zum Alltag. NRW hatte als erstes Bundesland ein Lagebild vorgelegt, wonach 6449 Tatverdächtige aus 104 Clans innerhalb von drei Jahren 14.225 Straftaten begingen. Laut Analyse des Landeskriminalamts waren mehr als ein Drittel dieser Taten Bedrohung, Nötigung, Raub und gefährliche Körperverletzung.

Auch der Berliner Senat hatte nach zahlreichen Raubüberfällen, Schlägereien und Schießereien einen Fünf-Punkte-Plan gegen die Clans beschlossen. Genannt wurde es eine „Politik der Nadelstiche“ gegen kriminelle Clans. Seit Herbst 2018 gibt es wöchentliche Razzien in Shisha-Bars und Spielhallen, Luxusautos werden kontrolliert, Häuser und Wohnungen sollen beschlagnahmt werden. Auch wollen die Sicherheitsbehörden verstärkt mit den Finanzämtern zusammenarbeiten, über mögliche Finanzströme der kriminellen Vereinigungen auszutrocknen.

sputniknews


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