AfD soll mit Account-Wechseln auf Twitter Wähler täuschen

  23 Mai 2019    Gelesen: 538
AfD soll mit Account-Wechseln auf Twitter Wähler täuschen

In der AfD wurde einem Bericht zufolge mit der Änderung von Accountnamen auf Twitter große Reichweite und Unterstützung simuliert.

Rechercheergebnissen von t-online.de und netzpolitik.org zufolge wurde beispielsweise dem AfD-Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl in Gera ein Account überlassen, der bereits 70.000 Follower hatte und der zuvor andere Namen hatte, unter anderem @FDPAussteigerin, @JazumDiesel und @ZukunftDEU. Der Account wurde den Recherchen zufolge je nach aktueller Bestimmung immer wieder umbenannt, um für die jeweilige Sache möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren.

Hinter Praktiken dieser Art soll ein Berater stecken, von dem sich der AfD-Bundesverband nach eigenen Angaben getrennt hat. Bundestagsabgeordnete und lokale Verbände arbeiteten aber den Recherchen zufolge weiter mit ihm. Das Namenwechseln auf Twitter ist erlaubt. Diese Praktiken grenzten aber an Wählerbetrug und seien undemokratisch, sagte Sascha Michel von der Universität Düsseldorf t-online.de. Michel erforscht Social-Media-Aktivitäten in der Politik. Ihm sei Vergleichbares von anderen Parteien nicht bekannt.

Tagesschau: Fakeprofile mit Frauenfotos machen Stimmung

Die Tagesschau berichtet in ihrem Faktenfinder, dass die AfD massiv von Fakeprofilen beworben wird. Die Accounts seien häufig mit Frauenfotos ausgestattet, die auf andere Quellen wie Webseiten mit Schönheitstipps oder Blogs aus dem Ausland zurückzuführen seien. Dort würden zehntausende Tweets veröffentlicht, die die AfD aktiv bewürben.

ZDF: Dubiose Facebook-Accounts werben für AfD

Wie das ZDF berichtet, werben Tausende dubiose Facebook-Accounts, deren Echtheit zweifelhaft sei, für die AfD. Der US-Medienwissenschaftler Trevor Davis habe in Online-Netzwerken eine Vielzahl gefälschter Profile entdeckt, die vor allem die Inhalte der AfD verbreiteten. Es gehe um Zehntausende derartiger Accounts, die nach eigenen Angaben aus Afrika, Südamerika, Osteuropa oder dem arabischen Raum stammten. So etwas habe man in keinem anderen Land der Welt, das man untersucht habe, gefunden, sagte Davis in dem ZDF-Bericht. „Das sollte die Deutschen beunruhigen.“


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