Mehrheit der Deutschen: USA sind große Gefahr für den Frieden – Deutsche Sorgen 2

  13 Februar 2020    Gelesen: 573
  Mehrheit der Deutschen:  USA sind große Gefahr für den Frieden – Deutsche Sorgen 2

Die US-Politik in der Welt macht vielen Deutschen zunehmend Angst. Das zeigt der „Sicherheitsreport 2020“, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Zu den Sorgen um die äußere Sicherheit zählt eine gestiegene Angst vor Kriegen. Der Report macht Unterschiede bei den Sichten der West- und Ostdeutschen deutlich, auch gegenüber Russland.

Eine Mehrheit der Deutschen sehen in den USA eine Bedrohung für den Frieden in der Welt, gleich nach der Gefahr durch den Iran. Das hat eine Umfrage für den am Mittwoch in Berlin vorgestellten „Sicherheitsreport 2020“ ergeben. Danach halten zwei Drittel den Iran für eine Gefahr, gefolgt von 61 Prozent, welche die USA als solche sehen. Nur 36 Prozent sehen in Russland eine Gefahr für den Weltfrieden.

Zugleich gibt es dem Report zufolge eine gestiegene Angst der Deutschen vor Krieg und militärischen Konflikten. „Ganz persönlich macht sich aktuell ein Viertel der Bevölkerung große Sorgen darüber, dass Deutschland in einen Krieg verwickelt werden könnte“, erklärte Mitherausgeber Klaus Schweinsberg vom Centrum für Strategie und Höhere Führung. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr mit einer Zunahme um 10 Prozentpunkte ein deutlicher Sprung nach oben.“

Für den diesjährigen „Sicherheitsreport“, herausgegeben vom Institut für Demoskopie (IfD) Allensbach und vom Centrum für Strategie und Höhere Führung, wurden im Januar dieses Jahres 1.273 mündlich-persönliche Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren geführt. Dabei ging es den Angaben zufolge um persönlich empfundene Gefahren und Risiken sowie Themen der inneren und äußeren Sicherheit.

Mehr Sorgen vor den USA als vor Russland
Die internationale Lage beunruhige viele, sagte Schweinsberg:

„So bereitet es 58 Prozent der Bevölkerung große Sorge, dass aus ihrer Sicht die Lage in Europa und der Welt immer unberechenbarer wird; 44 Prozent fürchten, dass Deutschland in militärische Konflikte hineingezogen werden könnte.“
Der Mitherausgeber verwies darauf, dass 2018 noch 40 Prozent der Befragten die USA als Gefahr für den Frieden sahen, nun bereits 61 Prozent. „Das ist eine Entwicklung, die klar zeigt: Die Deutschen blicken mit Sorge auf die USA. Den umgekehrten Weg sieht man bei Russland, wo der Wert zurückgegangen ist.“

Laut Schweinsberg sehen immer mehr Deutsche auch China als drohende Gefahr, der Wert sei von 26 Prozent 2018 auf aktuell 34 Prozent gestiegen. Das stehe den Erklärungen aus Peking entgegen, wonach das „Reich der Mitte“ keine aggressive Politik verfolge und nicht für Krieg rüste. Die Deutschen würden zunehmend zweifeln, ob den chinesischen Erklärungen zu trauen ist.

Personen gefährlicher als Interessen von Eliten?
Es gebe deutliche Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland in der Sicht auf die Gefahren. So würden 59 Prozent der Westdeutschen die USA für gefährlich halten, während das 71 Prozent der befragten Ostdeutschen angaben. Bei Russland war das West-Ost-Verhältnis laut Schweinsberg bei 38 zu 27 Prozent, bei China bei 36 zu 24 Prozent.

sputniknews


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