Ansteckungsgefahr privat höher als im Beruf

  27 September 2020    Gelesen: 134
Ansteckungsgefahr privat höher als im Beruf

Partys, Hochzeiten, Beerdigungen - die meisten Ansteckungen finden laut RKI-Chef Wieler auf privaten Veranstaltungen statt. Der Arbeitsplatz scheint dagegen ein sicheres Pflaster zu sein. Die meisten Betriebe würden die Pandemie gut managen.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat den Eindruck bestätigt, dass viele der aktuellen Corona-Infektionen in Deutschland auf private Zusammenkünfte zurückzuführen sind. "Die Menschen stecken sich derzeit hauptsächlich im privaten Umfeld an, also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst", sagte er der "Welt". Der private Bereich spiele "die große Rolle".

Dagegen sei das Risiko einer Ansteckung in Betrieben bisher nicht so hoch, sagte Wieler. Es habe zwar sehr spektakuläre Ausbrüche gegeben, aber nicht sehr viele. "Die meisten Betriebe scheinen die Pandemie gut zu managen." Auch in Geschäften gebe es bislang ganz wenige Ansteckungen, sagte der RKI-Chef. An Schulen gebe es mittlerweile einige Ausbrüche. Dies müsse gut analysiert werden.

Wegen vieler Corona-Ansteckungen bei Privatveranstaltungen waren zuletzt Rufe nach strengeren Teilnehmergrenzen laut geworden. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, plädierte im Radiosender NDR Info für eine bundeseinheitliche Obergrenze von 50 Teilnehmern. "Das ist eine Zahl, bei der die Gesundheitsämter die Kontakte noch gut nachverfolgen können und das ist das Entscheidende, um die Ausbreitung einer Infektion unter Kontrolle zu halten", sagte sie.

Zuvor hatte der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager, eine einheitliche Obergrenze für Privatfeiern von weniger als 50 Teilnehmern verlangt. Der gegenwärtige Flickenteppich irritiere die Menschen, sagte Sager der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie am Dienstag müsse ein entsprechender Beschluss fallen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP


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