Die meisten Menschen schlafen schlecht

12:05   16 März 2017    566

Immer mehr Menschen in Deutschland finden keinen erholsamen Schlaf. Jeder zehnte Arbeitnehmer im Alter von 35 bis 65 Jahren leide sogar unter besonders schweren Schlafstörungen, so der aktuelle Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Damit habe sich die Zahl gegenüber 2010 um 60 Prozent erhöht. Insgesamt klagten 80 Prozent der Teilnehmer an einer repräsentativen Studie über Probleme beim Ein- oder Durchschlafen - 66 Prozent mehr als 2010. Die Ursachen für Schlafstörungen sind vielfältig. Sie reichen von Stress am Arbeitsplatz über Probleme in der Familie bis zu Lärm in der Nacht.

Viele greifen zu Schlafmitteln

Nur wenige der Betroffenen gehen wegen der Schlafprobleme zum Arzt oder melden sich krank. Die Folge: 43 Prozent der Arbeitnehmer seien am Arbeitsplatz müde, 31 Prozent regelmäßig erschöpft, heißt es in der Studie. Fast zehn Prozent der Beschäftigten versuchen, mit Schlafmitteln zur Ruhe zu kommen. Davon greift jeder Zweite zu rezeptfreien Mitteln. Auch diese Zahl stieg in den vergangenen sieben Jahren deutlich an. Die Untersuchung zeigt, dass Frauen mit elf Prozent etwas häufiger unter schweren Schlafstörungen, sogenannter Insomnie, leiden als Männer mit acht Prozent. Jeder Zweite, der mit Schlafproblemen zum Arzt geht, erhält Medikamente verschrieben, bei rund 35 Prozent setzen die Mediziner auf eine Psychotherapie.

Tipp: Vor dem Schlaf zur Ruhe kommen

Als Ursachen für Schlafprobleme nennt der Report neben Leistungs- und Termindruck bei der Arbeit auch die Abendgestaltung. 83 Prozent der Erwerbstätigen sehen sich vor dem Einschlafen Filme an, mehr als zwei Drittel beschäftigen sich mit Smartphone oder Laptop. Etwa jeder Achte befasst sich noch mit seiner Arbeit. Der Körper benötige jedoch Zeit um abzuschalten und sich auf den Schlaf einzustellen, erläuterte Schlafexperte Professor Ingo Fietze von der Berliner Charité.

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