Erdogan: Europa weiterhin scheinheilig

10:52   20 April 2017    403

Nach Worten von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan habe sich Europa gegenüber der Türkei scheinheilig verhalten und tue es immer noch. Erdogan gab für den Sender Al-Dschasira ein Interview. Der Staatspraesident wies daraufhin, dass der OSZE-Bericht zum Referendum in der Türkei nicht objektiv ist. Erdogan belegte mit Fotos, dass es sich unter den OSZE-Beobachtern PKK-Sympathisanten gibt. Europa habe beim Referendum ganz offen Partei ergriffen. Jedoch sei die Türkei kein Land, das nach einer Klatsche auf eine Wange, die andere hinhalte, sagte Erdogan und führte weiter wie folgt aus: „Die Türkei schreitet auf ihren Weg entschlossen voran, an den sie glaubt. Die Türkei hat in Bildung, Gesundheit, Justiz, Sicherheit, Verkehr, Energie, Landwirtschaft und Infrastruktur beachtliche Leistungen erbracht, was Europa nicht verdauen kann. Mit dem neuen System werden wir noch stärkere Leistungen erbringen.“

Nach Worten von Erdogan fühle sich Europa von Vorwürfen wie „Nazi“ oder „Faschist“ gestört, setze jedoch diese Praktiken fort. Erdogan wiederholte seinen Appell an Europa „Seid Demokraten.“

„Solange ihr Demokratien seid, gibt es kein Problem. Jedoch kann von Demokraten nicht die Rede sein, die die Türkei seit 54 Jahren hinhalten“ so Erdogan weiter.

Eine Frage zur Wiedereinführung der Todesstrafe beantwortete Erdogan wie folgt: „Wenn mein Volk es so will, dann ist Ende. Sollen sie uns doch nicht in die EU aufnehmen. Was ist geschehen, als sie uns 54 Jahre lang nicht aufgenommen haben?“

Der Staatspräsident bewertete auch das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Vatikan mit dem Papst. Wenn es unter ihnen auch Orthodoxe, Protestanten oder Atheisten gibt, seien sie dennoch ein Volk.

Erdogan sprach auch den Kampf in Syrien gegen die Terrororganisationen an. Sie würden von der US-Führung erwarten, dass sie eine Haltung gegen PYD, dem PKK-Ableger einnehmen. Erdogan sagte zu den Bemühungen des Westens, im Nahen Osten neue Grenzen zu ziehen , folgendes: „Die westlichen Staaten sagen, dass sie für die territoriale Integrität von Syrien sind. In der Praxis sieht es jedoch ganz anders aus. Das ist das Problem.“

Das persische Expansions-Verständnis des Iran habe sich in letzter Zeit bemerkbar gemacht, sagte Erdogan und wies daraufhin, dass die Muslime nicht das Stammesverständnis, sondern die Religion verbindet.

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