Armee baut Zelte für Trump-Flüchtlinge

13:35   10 Auqust 2017    330

Die hasserfüllte Rhetorik von Donald Trump gegen Einwanderer zeigt Wirkung: Seit Amtsantritt des US-Präsidenten fliehen immer mehr Menschen ins Nachbarland Kanada - mittlerweile so viele, dass die Armee behelfsmäßig Zelte an der Grenze errichten muss.

Die kanadische Armee hat an der Grenze zu den Vereinigten Staaten provisorische Zelte für Flüchtlinge aufgestellt. Sie bieten zunächst Platz für 500 Menschen, wie das Militär mitteilte. Demnach handele sich um eine "Notmaßnahme" als Reaktion auf die steigende Zahl von Flüchtlingen aus den USA. Seit Juli verzeichnet das nordamerikanische Land einen massiven Anstieg von Menschen, die Zuflucht suchen. Die meisten von ihnen stammen aus Haiti.

Die Armee stellte die Zelte in der Nähe des Grenzübergangs Lacolle in der Provinz Québec auf. Der Außenminister von Haiti, Antonio Rodrigue, hatte zuvor in Québec Gespräche über seine Landsleute geführt. Haitianer genießen nur noch bis Ende des Jahres einen geschützten Status in den USA. Dieser war nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 rund 60.000 Menschen aus dem Karibikstaat gewährt worden.

Aus Angst vor der strikten Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump sind nach Angaben kanadischer Behörden seit Jahresbeginn bereits Tausende Asylbewerber aus den USA ins Nachbarland Kanada geflohen - auch Somalier und Jemeniten seien nach Angaben der Behörden verstärkt darunter gewesen.

Trump will Einwanderung bremsen

Anfang August hatte Trump angekündigt, er wolle nicht nur die illegale, sondern auch die legale Einwanderung massiv eindämmen. Demnach soll vor allem die Vergabe der sogenannten Green Cards - also der dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen - halbiert werden, auf etwa 500.000 pro Jahr. Der Präsident sprach von der "bedeutendsten Reform unseres Einwanderungssystems in einem halben Jahrhundert".

Die Trump-Regierung ist in ihrem ersten halben Jahr bereits hart mit Razzien gegen illegal im Land lebende Einwanderer vorgegangen. Die Pläne des Präsidenten, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, kommen hingegen nicht voran.

Quelle: n-tv.de , jug/AFP

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