IS ist laut UN-Bericht weiterhin gefährlich

  11 Auqust 2017    Gelesen: 989
IS ist laut UN-Bericht weiterhin gefährlich

Der Islamische Staat ist im Nahen Osten stark zurückgedrängt worden. Trotzdem verfügt die Terrormiliz immer noch über finanzielle Mittel und ein weltweites Netzwerk. Ein Expertenbericht für die Uno warnt vor der ungebrochenen Mobilisierungskraft.

Der Transfer der entsprechenden Summen sei schwer aufzudecken, weil er häufig in kleinen Beträgen erfolge. Die Finanzierungsquellen des IS sind dem Bericht zufolge weiterhin die Einnahmen aus dem Ölgeschäft und die Steuern, welche die Dschihadisten der Bevölkerung in den von ihnen kontrollierten Gebieten auferlegen.

Die finanzielle Lage des IS verschlechtere sich zusehends aufgrund des militärischen Drucks. Die Miliz sei jedoch nach wie vor in der Lage, Angriffe außerhalb des Nahen Ostens "zu motivieren und zu ermöglichen", heißt es weiter. Das gelte beispielsweise für Europa, das für die Extremisten weiterhin eine vorrangige Rolle spiele.

Paypal-Überweisungen in die USA

Der IS ist einem Bericht zufolge auch in der Lage, Anhängern selbst in den USA Gelder zukommen zu lassen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat die amerikanische Bundespolizei FBI ermittelt, dass der IS einen Terrorverdächtigen in den USA mit vorgetäuschten Käufen über Ebay und Paypal versorgt hat. Demnach gab ein etwa 30 Jahre alter Verdächtiger vor, Drucker auf Ebay zu verkaufen. Von mit dem IS verbundenen Personen habe er über Paypal 8700 US-Dollar (rund 7400 Euro) erhalten.

2016 sei der Mann, der der Terrormiliz die Treue geschworen habe, in Maryland festgenommen worden, hieß es in dem Bericht weiter. Er sei dem FBI zufolge Teil eines weltweiten Geldtransfer-Netzwerks, das auch Vertreter in Großbritannien und Bangladesch gehabt haben soll. Auch dort seien mehrere Menschen in Verbindung mit dem Fall festgenommen worden.

Wachsender Einfluss in Südostasien

Die Dschihadisten bemühen sich den UN-Experten zufolge auch, ihren Einfluss in Südostasien zu verstärken. Das zeigten die jüngsten Kämpfe im Süden der Philippinen. Der Zustrom "ausländischer Terrorkämpfer" nach Syrien und in den Irak nehme indes ab. Aus den dortigen Kampfgebieten zögen zunehmend jugendliche IS-Kämpfer ab. Diesen Rückkehrern müsse "besondere Aufmerksamkeit" gelten, weil sie über Erfahrungen im Kampf und mit "extremer Gewalt" verfügten.

Der hartnäckige Widerstand der Dschihadisten bei der Rückeroberung der irakischen Großstadt Mossul durch die Anti-IS-Koalition im Juli zeige, dass die Kommando- und Kontrollstruktur des IS "nicht vollständig zusammengebrochen" sei. Die Gruppe stelle weiterhin eine "erhebliche militärische Bedrohung" dar.

Quelle: n-tv.de , nsc/AFP/dpa

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