Deutscher Staat erzielt Rekordüberschuss

  23 Februar 2018    Gelesen: 875
Deutscher Staat erzielt Rekordüberschuss
Nicht nur die Bundesregierung schließt 2017 mit einer "Schwarzen Null" ab. Sogar noch größer sind die Überschüsse, die die Bundesländer, die Sozialversicherungen und die Kommunen verzeichnen.  

Der Finanzierungsüberschuss des deutschen Staates betrug im Jahr 2017 nach aktualisierten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 36,6 Milliarden Euro. Das ist etwas weniger als nach vorläufigen Berechnungen angenommen worden war. Absolut gesehen ist es aber immer noch der höchste Überschuss, den der Staat seit der deutschen Wiedervereinigung erzielte.

Den Daten des Statistischen Bundesamts zufolge nahm der Staat 1475 Milliarden Euro ein. Die Ausgaben betrugen 1438 Milliarden Euro. Bei allen staatlichen Ebenen waren die Einnahmen höher als die Ausgaben. Den höchsten Überschuss im Jahr 2017 verzeichneten die Bundesländer mit gut 16 Milliarden Euro.

Mit Abstand folgen die Sozialversicherungen, die das Jahr 2017 mit einem Überschuss von 10,5 Milliarden Euro abschlossen. Die Kommunen erzielten einen Überschuss von 8,8 Milliarden Euro. Der Bund erwirtschaftete 2017 einen Finanzierungsüberschuss von 1,1 Milliarden Euro, deutlich weniger als im Vorjahr. Der vergleichsweise geringe Überschuss für den Bund ist in erster Linie auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Unrechtmäßigkeit der Kernbrennstoffsteuer zurückzuführen. Dadurch musste die Bundesregierung den Kraftwerksbetreibern 7,3 Milliarden Euro zurückerstatten.

Die starke Konjunktur bescherte dem Fiskus sprudelnde Steuern und Sozialbeiträge. Während der Staat etwa für Sozialleistungen mehr ausgab, konnte er bei den Zinsen für die Staatsschulden sparen. Deutschland ist damit weit entfernt von der Defizit-Grenze des Maastricht-Vertrages. Danach darf das Defizit höchstens 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

Exporte kurbeln Wachstum an


Die Wirtschaft wuchs auch Ende 2017 robust. Getragen vor allem vom Export-Boom stieg das BIP im vierten Quartal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Wiesbadener Behörde vorläufige Angaben bestätigte. Die kräftige Erholung der Weltwirtschaft kurbelt die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" an.

Deutschlands Exportunternehmen hatten 2017 das vierte Rekordjahr in Folge erzielt. Zudem investierten die Unternehmen zum Jahresende mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen. Die Investitionen in Bauten sanken hingegen etwas. Die Konsumausgaben der Verbraucher, die im Gesamtjahr vor allem die Konjunktur angetrieben hatten, lagen in etwa auf dem Niveau des Vorquartal.

Europas größte Volkswirtschaft war 2017 um 2,2 Prozent gewachsen. Es war das stärkste Plus seit sechs Jahren. Führende Ökonomen rechnen mit einer Fortsetzung des kräftigen Wachstums. Die geschäftsführende Bundesregierung ging zuletzt von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 2,4 Prozent in diesem Jahr aus

Quelle: n-tv.de


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