Antwort auf US-Stützpunkt in Rumänien: Russland stationiert Tu-22M3-Bomber auf Krim

  19 März 2019    Gelesen: 223
Antwort auf US-Stützpunkt in Rumänien: Russland stationiert Tu-22M3-Bomber auf Krim

Russland hat auf seine Schwarzmeer-Halbinsel Krim Kampfbomber Tu-22M3 verlegt. Viktor Bondarew, Vorsitzender des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrates, hat diesen Schritt vor der Presse kommentiert.

Das Aufstellen US-amerikanischer Flugabwehrwaffen in Rumänien wurde laut Bondarew zu einer großen Herausforderung für Moskau. Im Gegenzug habe das russische Verteidigungsministerium die Entscheidung getroffen, eine Tu-22M3-Staffel auf dem Luftwaffenstützpunkt Gwardejskoje bei Simferopol zu stationieren.

„Dieser Schritt hat das Kräftegleichgewicht in der Region völlig verändert“, so Bondarew.

Dank ihrer Kampfreichweite und der Reichweite der Marschflugkörper, die sie an Bord haben, seien die sich auf der Krim befindenden Bomber im Stande, Flug- und Raketenabwehrsysteme „an jedem beliebigen Ort Europas“ zu vernichten.

Im Laufe einiger Jahre sollen die Jagdflugzeuge modernisiert und mit „neuen Typen von Flugkampfmitteln“ ausgerüstet werden. Das werde sie in ein „universales Mittel“ verwandeln, mit welchem „ein Schlag auf Objekte aller Typen in einer Entfernung von bis zu Tausenden Kilometern versetzt“ werden könnte.

Neben den Tu-22M3 befinden sich Jagdflugzeuge MiG-29 und Su-27, Flugabwehrsysteme S-300, S-400, Buk-M2 und Panzir-S1 sowie Raketensysteme Iskander in zwei Modifikationen laut Bondarew auf der Krim. Außerdem befänden sich dort die U-Boote Nowosibirsk und Rostow-am-Don sowie Raketensysteme der Küstenverteidigung Bal und Bastion, die mit den modernsten, darunter auch Überschallraketen ausgerüstet seien.

„Wären die Krim und Sewastopol nicht rechtzeitig wieder zu einem Teil Russlands geworden, würden sie unter dem US-Protektorat stehen. Die amerikanische ‚Metropole‘ würde dort blitzschnell ihre Kampfsysteme stationieren“.

Im Falle eines Krieges würden dann Hindernisse für russische Schiffe errichtet, beispielweise der Boden des Bosporus vermint. In diesem Fall würde Russlands Marine ihre Kampfaufgaben nicht erfüllen können. „Heute ist das ausgeschlossen“, so Bondarew.

Ihm zufolge kontrollieren Raketensysteme Iskander die gesamte Schwarzmeerküste, einschließlich des Bosporus.

Pentagons System Aegis Ashore in Rumänien

Im Mai 2016 wurde der bodengestützte Teil des US-Raketenabwehrsystems Aegis Ashore im ehemaligen Luftwaffenstützpunkt Deveselu im Süden Rumäniens in Betrieb genommen. Russland verwies mehrmals darauf, dass die in Aegis Ashore genutzten universellen vertikalen Startanlagen Mk-41 technisch nicht nur für Anti-Raketen, sondern auch für Starts von Langstrecken-Marschflugkörpern wie Tomahawk eingesetzt werden können.

In diesem Fall verstoße Aegis Ashore aus Moskaus Sicht gegen den INF-Vertrag, demzufolge die Seiten sich verpflichteten, keine bodengestützten Startanlagen für Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern zu stationieren.

Laut dem Pentagon sind die US-Raketenabwehrsysteme Aegis Ashore in Rumänien und Polen nicht fähig, „Tomahawk“-Marschflugkörper zu starten.

INF-Vertrag

US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, dass Washington am 2. Februar mit dem Ausstiegsverfahren aus dem INF-Vertrag beginne. Präsident Wladimir Putin versprach einen adäquaten Schritt, den Russland auch unternahm. Zugleich erklärte Putin, dass alle Abrüstungsvorschläge Russlands auf dem Tisch blieben und die Türen offen stünden, Moskau aber keine Gespräche mehr initiieren würde. Am 4. März unterzeichnete Putin einen Erlass, mit dem Russland den Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) ab sofort aussetzt.

Der INF-Vertrag war am 8. Dezember 1987 von den damaligen Staatschefs der UdSSR und der USA, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, unterzeichnet worden. Darin verpflichteten sich beide Staaten, sämtliche Raketen mittlerer (1000 bis 5500 Kilometer) und kürzerer (500 bis 1000 Kilometer) Reichweite zu vernichten und keine neuen mehr zu produzieren.

In den letzten Jahren hatten Moskau und Washington einander regelmäßig vorgeworfen, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Washington geht davon aus, dass Moskau die wahren Möglichkeiten des neuartigen Marschflugkörpers 9M729 für Iskander-Komplexe verheimlicht. Dem Pentagon zufolge hat die Rakete eine Flugweite von mehr als 500 Kilometern.

Moskau weist die Anschuldigungen als aus der Luft gegriffen zurück und fordert von den USA die Untermauerung ihrer Vorwürfe mit konkreten Fakten.

sputniknews


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