USA wollen Stahlzölle gegen Kanada und Mexiko abschaffen

  18 Mai 2019    Gelesen: 292
USA wollen Stahlzölle gegen Kanada und Mexiko abschaffen

Mit Mexiko und Kanada wollen die USA durch das USMCA-Abkommen eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen. Ein Hindernis wird nun aus der Welt geschafft. Dagegen schoss Trump erneut gegen Europa.

Inmitten des Handelsstreits der USA mit China und Europa hat sich die US-Regierung mit Kanada und Mexiko auf die Abschaffung von gegenseitigen Zöllen verständigt. "Wir haben gerade eine Einigung mit Kanada und Mexiko erzielt und werden unsere Produkte in diese Länder ohne Zölle oder ohne wesentliche Zölle verkaufen", sagte US-Präsident Donald Trump.

Binnen 48 Stunden sollten Abgaben von 25 Prozent auf Stahl- und von zehn Prozent auf Aluminium-Importe aus Kanada in die USA aufgehoben werden. Im Gegenzug werde Kanada auf Vergeltungszölle auf US-Waren wie Fleisch und Whiskey im Volumen von rund zwölf Milliarden Dollar verzichten.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau erklärte, man wolle mit dem gemeinsamen Freihandelsabkommen voranschreiten. Da mache es keinen Sinn, gegenseitig Zölle auf Stahl und Aluminium zu erheben. Durch das Freihandelsabkommen "USMCA" wird eine der größten Freihandelszonen der Welt geschaffen.

Die im vergangenen Jahr von Trump mit Kanada und Mexiko getroffene Vereinbarung soll den Vorgängervertrag Nafta ersetzen, muss aber noch von den Parlamenten aller drei Länder ratifiziert werden, bevor es in Kraft treten kann. Die Parlamentarier hatten erhebliche Vorbehalte, vor allem wegen der Stahlzölle.

Trump schafft damit erstmals von ihm selbst eingeführte Sonderzölle wieder ab. Im Frühjahr 2018 hatten die USA Handelspartner weltweit mit Sonderzöllen auf Stahl- und Aluminium überzogen und die nationale Sicherheit als Grund genannt. Viele Länder hatten mit Vergeltungszölle geantwortet.

Unterdessen erhob Trump neue Vorwürfe gegen Europa und nahm erneut deutsche Autos ins Visier. "Ich würde sagen, die Europäische Union behandelt uns schlechter als China, sie sind nur kleiner", sagte der US-Präsident in Washington. "Sie schicken Mercedes-Benz hier rein, als wären es Kekse. Sie schicken BMWs hierhin." Gleichzeitig erschwere die EU den Import amerikanischer Autos.

Zuvor hatte Trump eine Entscheidung über angedrohte Sonderzölle auf Auto-Einfuhren aus der EU und auch aus Japan für ein halbes Jahr aufgeschoben. Mit Blick auf die Europäische Union kritisierte Trump bei seinem Auftritt: "Sie haben Handelsbarrieren. Sie wollen unsere Agrarprodukte nicht. Sie wollen unsere Autos nicht." Trump fügte hinzu: "Es ist eine sehr unfaire Situation."

spiegel


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