Europawahl 2019: Wahlbeteiligung höchste "seit mindestens 20 Jahren"

  27 Mai 2019    Gelesen: 936
Europawahl 2019: Wahlbeteiligung höchste "seit mindestens 20 Jahren"

Wenn man so möchte, ist der größte Gewinner der Europawahl die Demokratie. Denn im Vergleich zu 2014 zeichnet sich ein deutliches Plus ab.

Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl ist nach Angaben des EU-Parlaments die höchste "seit mindestens 20 Jahren". Wie ein Parlamentssprecher am Sonntagabend sagte, liegt sie nach Prognosen für die 27 Mitgliedstaaten ohne Großbritannien bei rund 51 Prozent. Für die gesamte EU aus 28 Ländern werde sie voraussichtlich zwischen 49 und 52 Prozent betragen.

In mehreren EU-Staaten ist die Europawahl mit einer deutlich höheren Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren zu Ende gegangen, wie aus vorläufigen Zahlen des Europäischen Parlaments hervorgeht.

In Deutschland gingen laut Hochrechnung 59 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. Bei der letzten Europawahl 2014 waren es 48,1 Prozent.

In Österreich stieg die Wahlbeteiligung laut Hochrechnung von 45,4 Prozent 2014 auf 55 Prozent.

In den Niederlanden gingen laut Hochrechnung 41,2 Prozent zur Wahl, gegenüber 37,3 Prozent vor fünf Jahren.

Ein deutliches Plus zeigt auch die Hochrechnung für Kroatien: 32 Prozent (2019) statt 25,2 (2014).

In weiteren Staaten, in denen die Wahllokale zur Stunde noch geöffnet haben, zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab.

Wahlbeteiligung bei Europawahl: Slowakei könnte EU-Rekord knacken

In Ungarn und der Slowakei lag der Zulauf am Sonntag in den ersten Stunden über dem bei jeder bisherigen Europawahl in diesen Ländern. In der Slowakei könnte nach Schätzungen sogar die höchste Beteiligung erreicht werden, die es in dem Euro-Land jemals bei einer Europawahl gab. Bislang war das Land in diesem Punkt immer Schlusslicht unter den EU-Staaten.

In Polen stimmten in den ersten fünf Stunden nach Öffnung etwa doppelt so viele Bürger ab wie 2014. In Spanien lag die Beteiligung bis zum Nachmittag zehn Punkte über der vor fünf Jahren. Auch in Rumänien lag die Wahlbeteiligung nach einer Zwischenbilanz deutlich über der vor fünf Jahren.

Wahlbeteiligung: Irland, Malta, Zypern und Bulgarien gegen den Trend

In Dänemark stimmten nach Stichproben der Nachrichtenagentur Ritzau bis 16 Uhr 46,6 Prozent der Wahlberechtigten ab. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt nur 37,2 Prozent gewesen. Dänemark steuerte damit möglicherweise auf einen neuen Rekord bei seiner EU-Wahlbeteiligung zu. In Frankreich stieg die Beteiligung am Sonntag nach ersten Angaben des Innenministeriums ebenfalls.

In Italien stimmten bis 19.30 Uhr 43,25 Prozent der Wahlberechtigten ab. 2014 waren es zu dieser Zeit 41,71 Prozent, also etwas weniger.

Gegen den Trend scheint die Entwicklung in Irland (Hochrechnung: 49,3 gegenüber 52,44 Prozent), Malta (Hochrechnung: 72,6 gegenüber 74,8 Prozent), Zypern (Hochrechnung: 42,8 gegenüber 44 Prozent) und Bulgarien (Stand 12 Uhr 15,5 gegenüber 19,05 Prozent). (mcf/dpa)

 

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