Mercedes setzt die Kompakten unter Strom

  19 Auqust 2019    Gelesen: 572
Mercedes setzt die Kompakten unter Strom

Nachdem Daimler seine Plug-in-Modelle der S-, E- und C-Klasse bereits im vergangenen Jahr vorgestellt hat, folgen jetzt die A- und B-Klasse. Rein elektrisch sollen die Teilstromer bis zu 75 Kilometer abspulen können, 25 Kilometer mehr als die Großen.

Im Zuge der allgemeinen Elektrifizierung hat jetzt auch die Kompaktklasse von Mercedes der Schlag in Form neuer Plug-in-Hybride getroffen. Bei den kommenden Teilstromern handelt es sich um den A 250 und den B 250. In allen Ausführungen gibt es hinter das Hoheitszeichen dann noch ein e. Was nichts anderes besagt, als dass neben dem 1,33 Liter kleinen Vierzylinder eine E-Maschine arbeitet, die zu den 160 PS des Verbrenners weitere 101 PS bereitstellt. Die daraus resultierende Systemleistung beziffert Mercedes mit 218 PS. Das bedeutet, dass A- und B-Klasse mit den maximal zur Verfügung gestellten 450 Newtonmetern Drehmoment in unter sieben Sekunden auf Landstraßentempo beschleunigen und bis zu 240 km/h schnell werden können.


Wie immer gilt natürlich auch hier: Wer die damit verbundene Boost-Option häufiger nutzt, wird von den eigentlichen Vorteilen des möglichen Wechsels zwischen Verbrenner und Elektroantrieb wenig haben. Denn eigentlich soll die Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie mit einer Gesamtkapazität von 15,6 kWh die Teilstromer rein elektrisch bis zu 75 Kilometer vorantreiben. Sollte der 150 Kilogramm schwere Akku tatsächlich genug Strom liefern, um diese Distanz zu überbrücken, dann wäre statistisch gesehen der Tagesbedarf eines Durchschnittsfahrers weit übertroffen.

Laden in 25 Minuten

Wenn es dann noch eine Ladestation am Ende einer Strecke gibt, dann versprechen die Stuttgarter, dass der Akku an einer 7,4-kW-Wallbox mit Wechselstrom (AC) binnen 1 Stunde 45 Minuten wieder voll ist. Beim Gleichstromladen (DC) beträgt die Ladezeit etwa 25 Minuten, bis die Batterie wieder 80 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit hat. Wie lange es an der Haushaltssteckdose dauert, verrät Mercedes hingegen nicht. Hier müssen aber sicher einige Stunden Wartezeit eingeplant werden.

Dass das Laden auch unterwegs funktioniert, dafür soll das Infotainmentsystem MBUX von Daimler sorgen. Es unterstützt bei der Suche nach entsprechenden Ladestationen auf der Strecke, kann sogar Routen zusammenstellen, die Ladezeiten und -säulen einbeziehen. Mit Mercedes me Charge erhält der Fahrer optional Zugang zu einem Ladenetz, das in Europa von über 300 verschiedenen Betreibern in Städten, Parkplätze, an Autobahnen und Einkaufszentren bedient wird.

Der Fahrer entscheidet

Um die rein elektrische Reichweite in den Plug-In-Hybriden so groß wie möglich zu halten, stehen in den Modellen neue Fahrprogramme zur Verfügung: "Electric" und "Battery Level". In "Electric" kann die maximale E-Performance abgerufen werden. Der Verbrennungsmotor wird nur zugeschaltet, wenn der Fahrer das Fahrpedal vehement in Richtung Bodenblech bewegt. Zudem lässt sich im Programm "Electric" die Stärke der Rekuperation über Paddles hinter dem Lenkrad wählen. Die Schaltwippen am Lenkrad ermöglichen fünf verschiedene Rekuperationsstufen.

Außerdem verfügbar sind die Modi Comfort, ECO und Sport. Damit kann der Fahrer je nach Bedarf entweder elektrisches Fahren priorisieren, die Fahrdynamik durch den kombinierten Antrieb betonen oder mit dem Verbrenner fahren, um beispielsweise elektrische Reichweite aufzusparen und emissionsfrei in die nächste Stadt einzurollen. Wer sich jetzt für einen A 250 e, A 250 e Limousine oder B 250 e interessiert, der muss mindestens 37.000 Euro bereithalten. Dafür gibt es dann den erstgenannten Kompakten.


Quelle: n-tv.de


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