Trotz EU-Sanktionsdrohung: Türkei bohrt vor Zypern wieder nach Gas

  15 November 2019    Gelesen: 812
  Trotz EU-Sanktionsdrohung: Türkei bohrt vor Zypern wieder nach Gas

Trotz Sanktionsdrohungen aus der Europäischen Union hat die Türkei mit neuen Gasbohrungen vor der Küste Zyperns begonnen. Die Mittelmeerinsel und die EU stufen das Vorgehen als rechtswidrig ein.

„Das Schiff ‚Fatih‘ hat die Erkundung und Bohrung am türkischen Festlandsockel abgeschlossen und am Donnerstag eine neue Mission südlich der Halbinsel Karpas, Zypern, begonnen“, teilte der türkische Vizepräsident Fuat Oktay am Freitag nach Angaben der Agentur Anadolu mit.

Die angedrohten EU-Sanktionen würden keinerlei Auswirkung auf die Pläne der Türkei haben, Rohstoffvorkommen im östlichen Mittelmeer zu erkunden, sagte Oktay.

Zypern ist in einen nur von der Türkei anerkannten Norden und in einen griechischen Süden geteilt. Die gesamte Insel ist als Republik Zypern international anerkannt und seit 2004 EU-Mitglied.

Die Türkei und die Republik Zypern streiten sich um Öl- und Gasvorkommen vor der Küste. Trotz Protesten aus Nikosia und der EU hatte die Türkei bereits im Sommer Bohrschiffe in die Ausschließliche Wirtschaftszone Zyperns entsandt.

Am Montag beschloss die EU einen Rechtsrahmen für Sanktionen, um die Türkei von neuen Bohrungen abzuhalten. Als nächster Schritt könnten Strafmaßnahmen verhängt werden.

Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe illegaler Bohrungen zurück. Am Dienstag schloss der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdoğan, nicht aus, dass sein Land wegen dem Streit aus den Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union aussteigen könnte.

sputnikenws


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