USA senden vorerst keine Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

  15 April 2021    Gelesen: 232
USA senden vorerst keine Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

Die Sorge um eine Eskalation im Ukraine-Konflikt wächst. Nach Angaben der türkischen Regierung haben die USA nun die geplante Entsendung zweier Kriegsschiffe in die Region zur Unterstützung der Ukraine gestoppt.

Die USA haben die Entsendung zweier Kriegsschiffe ins Schwarze Meer laut Angaben der Türkei abgesagt. Das erste Schiff, das vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Russland und der Ukraine in die Region geschickt werden sollte, sei nicht wie geplant am Mittwoch eingetroffen, hieß es aus türkischen Diplomatenkreisen.

Auch die Entsendung des zweiten Schiffs, das am Donnerstag einlaufen sollte, sei gekippt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Über ein mögliches neues Datum für das Eintreffen der Schiffe sei Ankara nicht informiert worden. Die USA hatten vergangene Woche nach Angaben Ankaras ihr Vorhaben angekündigt. Washington hat bislang weder die Entsendung noch die Absage bestätigt.

Die US-Schiffe sollten laut Ankara bis Anfang Mai in der Region bleiben. Laut einem internationalen Abkommen von 1936 muss Washington Ankara mindestens zwei Wochen vor der Entsendung von Kriegsschiffen durch die Meerengen des Bosporus und der Dardanellen über das Vorhaben benachrichtigen. Das Abkommen erlaubt ausländischen Kriegsschiffen einen Aufenthalt von maximal drei Wochen im Schwarzen Meer.

Schiffe der US-Marine sind zur Unterstützung der Ukraine routinemäßig in der Region. Russland hatte die ukrainische Halbinsel Krim 2014 annektiert und nach einem von der Ukraine und dem Westen nicht anerkannten Volksentscheid ins eigene Staatsgebiet aufgenommen.

International wächst derzeit die Sorge, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine könnte eskalieren. Nach ukrainischen Angaben hat Russland 41.000 Soldaten an der Grenze zur Ostukraine zusammengezogen. Moskau spricht von »Kampftraining«. In der Ostukraine gibt es seit Mitte Februar wieder verstärkt Kämpfe zwischen prorussischen Rebellen und der Regierungsarmee. US-Präsident Joe Biden rief Russlands Präsident Wladimir Putin kürzlich in einem Telefonat zur Deeskalation auf und schlug ein Gipfeltreffen in einem Drittstaat vor.

Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Biden Russland auf, seine Truppenverstärkungen an der Grenze zur Ostukraine wieder abzubauen.

spiegel


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